Homophobie und Kirche

Kardinal in der Zwickmühle

Der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki ist vom Bündnis gegen Homophobie für den diesjährigen Respektpreis nominiert worden. Allerdings ist zu bezweifeln, dass sich der Papst darüber freut.

Thorkit Treichel
2 Min
Im Stadtbild kommentieren wir täglich das Geschehen in der Hauptstadt-Region.

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© Paulus Ponizak Lizenz

Doch bei Woelki ist das anders, der Rheinländer pflegt einen respektvollen Umgang mit Lesben und Schwulen. Zudem hat er auch als Fürsprecher der sozial Benachteiligten, als einer, der selbst ganz bodenständig im Wedding wohnt, einiges unternommen, um den Ruf eines erzkonservativen Dogmatikers zu relativieren, der ihm vor gut einem Jahr zu seinem Amtsantritt als Berliner Erzbischof vorauseilte.

Nun hat Woelki die Auszeichnung der Homosexuellen aber abgelehnt – mit der Begründung, die Achtung aller Menschenrechte sei für ihn als Christ und erst recht als Priester selbstverständlich und somit auch nicht preiswürdig. Wirklich plausibel klingt das allerdings nicht, aber nachvollziehbar ist seine Reaktion durchaus.

Vielleicht hätte der Erzbischof den Schwulenpreis persönlich gern angenommen, aber wie hätte er das um Himmels Willen denn seinem Chef, dem Papst, erklären sollen? Heiliger Vater, wir müssen reden? Kaum vorstellbar, dass der Kardinal, übrigens der jüngste der katholischen Kirche, sich mit dieser Auszeichnung viele Freunde im Vatikan gemacht hätte.

Die Nominierung kann gut gemeint gewesen sein – oder auch eine gezielte Provokation. Womöglich hat das Bündnis gegen Homophobie Woelki ganz bewusst in eine Zwickmühle bringen wollen.

Eins ist jedoch klar: Woelki sollte künftig jeden weiteren Menschenrechtspreis ausschlagen, wenn er seine Glaubwürdigkeit behalten will.

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