Honduras

Honduraner wählen konservativen Präsidenten

Ein Konservativer regiert Honduras in den nächsten vier Jahren, Juan Orlando Hernández. Die Frau des gestürzten Ex-Präsidenten ist mit ihrem Projekt der demokratischen Erneuerung gescheitert. Jugendbanden und Massenarmut stellen den Neuen vor eine Herkulesaufgabe.

BLZ
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"Ich werde alles dafür tun, um den Menschen Frieden zu bringen." Der Konservative Juan Orlando Hernandez von der Nationalen Partei feiert am Sonntag seinen Wahlsieg.

"Ich werde alles dafür tun, um den Menschen Frieden zu bringen." Der Konservative Juan Orlando Hernandez von der Nationalen Partei feiert am Sonntag seinen Wahlsieg.

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Der künftige Präsident von Honduras gibt sich alle Mühe, sein elitäres Image abzustreifen. „Gleich morgen fangen wir damit an, den Ärmsten der Armen zu helfen“, sagt Juan Orlando Hernández bei der Siegesfeier in der Wahlkampfzentrale der Nationalen Partei. Und er gibt den Versöhner: „Das honduranische Volk hat heute dafür gestimmt, die politische Krise von 2009 hinter sich zu lassen.“
Der frühere Parlamentspräsident und einflussreiche Strippenzieher der Regierungspartei hat bei der Wahl am Sonntag laut vorläufigem Ergebnis 34,16 Prozent der Stimmen erhalten. Seine stärkste Konkurrentin Xiomara Castro von der linksgerichteten Partei Libre kam auf 28,53 Prozent.
Castro erkannte ihre Niederlage zunächst nicht an, ebenso wenig der Liberale Mauricio Villeda und Salvador Nasralla von der Antikorruptionspartei. Experten hatten vor politischen Unruhen gewarnt, sollten die unterlegenen Kandidaten das Ergebnis nicht respektieren. „Das Volk hat große Reife gezeigt. Wir erwarten, dass die politischen Führer die gleiche Reife an den Tag legen“, sagte der Leiter der Wahlbeobachtermission der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Enrique Correa.

Kein Freund politischer Experimente

Viereinhalb Jahre nach dem Putsch gegen den damaligen Präsidenten Manuel Zelaya war der Konflikt zwischen den konservativen Eliten und der honduranischen Linken im Wahlkampf wieder hochaktuell. Zelayas Ehefrau Castro wollte das politische Erbe ihres Mannes antreten, eine verfassunggebende Versammlung einberufen und einen demokratischen Neuanfang wagen. Wahlsieger Hernández hingegen steht den Putschisten nahe und gilt nicht als Freund politischer Experimente.
Am Wahltag strömten die Menschen in Honduras an die Urnen. Wegen des großen Andrangs wurden die Öffnungszeiten der Wahllokale um eine Stunde verlängert. „Ich will Sicherheit für mich und meine Kinder“, sagt Marta Teruel aus der Hauptstadt Tegucigalpa. Sie hat ihre Stimme in einem Wahllokal in dem mittelständisch geprägten Viertel Miraflores abgegeben. Seitdem die Militärpolizei auf den Straßen patrouilliere, fühle sie sich etwas sicherer.
Der Einsatz der Soldaten im Inneren war eines der umstrittensten Themen im Wahlkampf. Als Parlamentspräsident hatte Hernández das Projekt entschieden vorangetrieben, Castro lehnte es ab. Sie kritisierte die Militarisierung der öffentlichen Sicherheit und wollte stattdessen eine sogenannte Gemeindepolizei in den Kampf gegen die Jugendbanden schicken.
„Kurzfristig mag das ja richtig sein, aber auf lange Sicht muss die Polizei für Recht und Ordnung sorgen“, sagt Juan Carlos Duron Varella. „Die Soldaten sind für den Krieg ausgebildet - nicht, um Verbrechen zu bekämpfen.“ Der Mann aus dem ärmlichen Stadtteil San Miguel hofft vor allem, dass die neue Regierung etwas gegen die hohe Arbeitslosigkeit unternimmt. „Gerade ältere Leute haben kaum eine Chance, einen Job zu finden“, sagt er.
Tatsächlich steht Hernández vor einer Herkulesaufgabe. Jugendbanden kontrollieren weite Teile von Honduras und haben es zu dem Land mit der höchsten Mordrate der Welt gemacht. Das Haushaltsdefizit liegt bei sechs Prozent, und 70 Prozent der Honduraner leben in Armut.
Zudem wird sich der neue Präsident mit dem Kongress arrangieren müssen. Neun Parteien wollen ins Parlament einziehen, klare Mehrheitsverhältnisse sind da unwahrscheinlich. Hernández kündigte an, auf seine politischen Gegner zuzugehen und den Dialog zu suchen. „Ich werde für alle regieren, auch für jene, die mir nicht ihre Stimme gegeben haben“, sagte er am Wahlabend. (dpa)

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