Juni-Daten

Straße von Hormus: Nicht-iranische Öltransporte offenbar um 50 Prozent gestiegen

Transporte nicht-iranischen Öls haben im Juni einem Bericht zufolge zugenommen. US-Präsident Donald Trump spricht von einer zeitnahen Einigung mit Teheran.

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Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf.

Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf.

© Altaf Qadri/AP/dpa

Nicht-iranische Öltransporte durch die Straße von Hormus sind im Juni offenbar um rund 50 Prozent gestiegen, wie Bloomberg unter Berufung auf den Datendienstleister Vortexa berichtet. Demnach passierten in den ersten zehn Junitagen mindestens 1,8 Millionen Barrel pro Tag die Meerenge, nach 1,2 Millionen Barrel täglich im Mai.

Die Zahlen könnten nach oben korrigiert werden, wenn mehr Tanker beobachtet werden, unter anderem durch Analysen von Satellitenbildern, hieß es. Vor Kriegsbeginn waren es dem Bericht zufolge rund 20 Millionen Barrel an Rohöl und Ölprodukten pro Tag. 

Iranisches Öl wurde laut Vortexa-Daten in diesem Zeitraum nicht durch die Meerenge transportiert. Eine seit Mitte April bestehende US-Seeblockade halte iranische Tanker zurück, hieß es. Das US-Zentralkommando teilte nach Bloomberg-Angaben mit, in dieser Woche zwei Schiffe im Golf von Oman manövrierunfähig gemacht zu haben, die die Blockade hätten durchbrechen wollen.

US-Energieminister: Verkehr durch Straße von Hormus nimmt zu

US-Energieminister Chris Wright hatte bereits am Dienstag erklärt, der Verkehr durch die Straße von Hormus nehme „sehr deutlich“ zu und werde weiter steigen, wie der Sender CNBC berichtete. Daten des IMF-Dienstes PortWatch zeigten dem Bericht zufolge jedoch weiterhin ein niedriges Verkehrsaufkommen: Am Sonntag habe der gleitende Sieben-Tage-Durchschnitt bei lediglich fünf Schiffsankünften gelegen, gegenüber mehr als 100 vor Kriegsbeginn.

Bloomberg spricht von einer Zunahme „dunkler“ Transitströme mit abgeschalteten Signalen – inzwischen rechne der Markt damit. Als die iranische Behörde für die Straße von Hormus die Wasserstraße am Donnerstag erneut für geschlossen erklärte, blieben die Brent-Futures dem Bericht zufolge weitgehend unverändert, während die erste Schließungsankündigung Teherans zu Kriegsbeginn noch einen Preissprung von 13 Prozent ausgelöst hatte.

Trump stellt zeitnahe Einigung in Aussicht – Iran zurückhaltend

US-Präsident Donald Trump stellte am Donnerstag im Weißen Haus eine baldige Einigung mit Teheran in Aussicht. „Wir haben gerade eine großartige Einigung im Krieg mit dem Iran erzielt“, sagte er laut der Nachrichtenagentur Reuters vor Reportern. Die Meerenge werde offiziell geöffnet, sobald unterzeichnet sei – möglicherweise am Wochenende in Europa. Vizepräsident JD Vance werde an der Unterzeichnung teilnehmen.

Auf die Frage, ob Irans Oberster Führer Modschtaba Chamenei dem Abkommen zugestimmt habe, sagte Trump nach Reuters-Angaben, er gehe davon aus, dass die Antwort Ja laute.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghai, bestätigte laut der iranischen Nachrichtenagentur Mehr, dass große Teile der Vereinbarung finalisiert seien. Eine endgültige Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen, das Thema werde derzeit von den zuständigen Entscheidungsgremien geprüft. Iran werde bei seinen roten Linien keine Kompromisse machen.

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