Hubertusbad in Berlin

Verhandlungen um Stadtbad Lichtenberg laufen

Nicht nur das Stadtbad in der Oderberger Straße in Lichtenberg könnte bald wieder öffnen. Auch das liebevoll "Hupe" genannte Stadtbad in Lichtenberg könnte eine Zukunft haben. Ideen für neue Nutzungskonzepte gibt es bereits. Verhandlungen laufen.

Iris Brennberger
3 Min
Seit Jahren wird diskutiert, was aus dem architektonischen Juwel, dem Stadtbad Lichtenberg, an der Hubertusstraße werden soll.

Seit Jahren wird diskutiert, was aus dem architektonischen Juwel, dem Stadtbad Lichtenberg, an der Hubertusstraße werden soll.

© imago/Steinach Lizenz

Das Projekt im Stadtbad Oderberger Straße macht Mut. Vielleicht tut sich ja demnächst auch etwas in einem ähnlich gelagerten Fall, dem Stadtbad Lichtenberg.

Das denkmalgeschützte Hubertusbad, früher liebevoll „Hupe“ genannt, ist seit 1991 geschlossen. Seit Jahren wird diskutiert, was aus dem architektonischen Juwel an der Hubertusstraße zwischen der Frankfurter Allee und dem Oskar-Ziethen-Krankenhaus werden soll. Das Bad von 1928, erbaut im kubistisch-expressionistischen Stil und mit zwei Schwimmbecken, gilt als einzigartig in Deutschland. Aber es ist marode. Der Investitionsaufwand wird auf bis zu 25 Millionen Euro geschätzt. Den Bäderbetrieben ist er zu hoch. Wiedereröffnungsversuche scheiterten.

Vor einem Jahr begann der Liegenschaftsfonds, dem das Bad übertragen wurde, mit einem mehrstufigen Ausschreibungsverfahren, um das Gebäude mit dem rund 4200 Quadratmeter großen Areal zu verkaufen. Interessenten wurden aufgefordert, Teilnahmeanträge einzureichen. Der Kaufpreis spiele bei der Entscheidung, wer zum Zug kommt, nicht die wichtigste Rolle, hieß es. Entscheidend sei das Nutzungskonzept. Mögliche Ideen: Wellness, Gesundheit, Hotel, Kultur und Wohnen.
Ende März 2015 lief die Bewerberfrist ab.

Seitdem befinde man sich in der zweiten Phase des Verfahrens, sagt Marlies Masche vom Berliner Immobilienmanagement (BIM), dem einstigen Liegenschaftsfonds. Derzeit werde mit den Bewerbern über deren Konzepte gesprochen. Erst nach dem sogenannten Dialogverfahren gehe es um den Kaufpreis und das Investitionsvolumen. Alles in allem könne es ein, zwei Jahre dauern, bis feststehe, was aus dem Bad wird, sagt Masche. Um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, gilt strikte Verschwiegenheit. Über die verschiedenen Ideen der Bewerber wird nichts verraten.

Wichtig sei, dass der Bau als Denkmal für die Öffentlichkeit erfahrbar bleibe, sagt Immobilien-Bezirksstadtrat Andreas Prüfer (Linke). Dass es wieder einen Badebetrieb geben wird, sei ziemlich unwahrscheinlich.

Sauberkeit fürs Volk

Der Förderverein Stadtbad Lichtenberg kritisiert, dass die Öffentlichkeit derzeit nichts von den Verhandlungen erfährt. Er hat sich immer wieder dafür stark gemacht, das Schwimmbad wieder in Betrieb zu nehmen. Auf seinen Internetseiten wird die Geschichte des Hauses nachgezeichnet – von der Eröffnung 1928, als es vor allem darum ging, aus hygienischen Gründen Dusch- und Badegelegenheiten fürs einfache Volk zu schaffen, bis heute. Die Lichtenberger Bürger wollten hier wieder ein Schwimmbad, sagt Vereinschef Michael Metze.

Doch ein denkmalpflegerisches Gutachten, das vom Liegenschaftsfonds in Auftrag gegeben wurde, steht dem entgegen. Demnach würde die Nutzung als Bad einen zu großen Eingriff in den Denkmalschutz bedeuten. „Ein Nutzungskonzept mit Wasser“ sei denkbar, sagt deshalb Andreas Prüfer. „Aber nur in sehr reduziertem Umfang.“

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