UPDATE

Museen

Humboldt Forum: Umstrittener christlicher Unterwerfungsspruch bleibt

Berliner Humboldt Forum will ein umstrittenes Spruchband an der rekonstruierten Schlossfassade vorerst unverändert lassen.

Team News dpa
2 Min
Der umstrittene Schriftzug an der Kuppel des Berliner Humboldt Forums 

Der umstrittene Schriftzug an der Kuppel des Berliner Humboldt Forums 

© Paul Zinken/dpa

„Der Machbarkeitstest und die nachfolgende Evaluation haben ergeben, dass eine befriedigende Umsetzung im dafür festgelegten Kostenrahmen nicht zu erreichen ist.“ Fragen von Rekonstruktion, Kuppel und Inschrift sollten auch weiterhin in Programm thematisiert werden.

Berlin: Humboldt Forum kostete 680 Millionen Euro  

Das Spruchband um die Kuppel des für 680 Millionen Euro errichteten Zentrums für Kultur, Kunst und Wissenschaft fordert eine Unterwerfung aller Menschen unter das Christentum. Mit der nachträglich aufgesetzten Kuppel, Kreuz und Bibelspruch unterstrichen die Hohenzollern während der Revolution 1848 den Herrschaftsanspruch der Monarchie gegen demokratische Bestrebungen.

Im Humboldt Forum werden auch Kunstobjekte aus kolonialen Unrechtszusammenhängen gezeigt, etwa die berühmten Benin-Bronzen. Das Forum will ein Diskussionsforum über die koloniale Vergangenheit Deutschlands und die Auswirkungen bis in die Gegenwart sein. Dabei gelten die christlichen Insignien als Symbole auch kolonialer Unterwerfung als erschwerend.

Das insgesamt 40.000 Quadratmeter umfassende Gebäude bespielen die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit zwei ihrer Museen, das Land Berlin, die Humboldt-Universität und die Stiftung Humboldt Forum. Gezeigt werden Exponate aus Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien sowie Objekte zur Geschichte Berlins.

Realisiert werden soll dagegen ein fehlendes Detail der ebenfalls umstrittenen historisierenden Barockfassade. Auf den Balustraden der Nord- und Südseite werden mit 18 Figuren in barocker Anmutung die Rekonstruktionsarbeiten beendet, so die Stiftung. Das habe der Stiftungsrat beschlossen. Diese letzte Etappe der Fassadenrekonstruktion nach dem Entwurf des Architekten Franco Stella werde in voraussichtlich zwei Jahren vollständig abgeschlossen sein.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema