Der Plan sehe vor, dass im kommenden Jahr ein „Dialogprozess“ zur Zukunft des Rathausforums geführt werde, sagte Lüscher. Das Rathausforum ist das Areal am Fuß des Fernsehturms zwischen Bahnhof Alexanderplatz und dem Marx-Engels-Forum an der Spree.
Bereits im Jahr 2015 solle der städtebauliche Wettbewerb zur Gestaltung des Rathausforums ausgeschrieben werden, sagte Lüscher – und nicht erst 2016, wie zunächst geplant war. Möglich werde diese Beschleunigung, weil in den Chefgesprächen zum Haushalt in der vergangenen Woche 300.000 Euro zusätzlich für die Planung bewilligt worden seien, sagte Lüscher.
Kooperation mit dem Bund nötig
Das neue Schloss (Humboldtforum) soll im Jahr 2019 eröffnet werden. Bis dahin sollen rund um das Schloss die Freiflächen neugestaltet sein, außerdem werde das Einheits- und Freiheitsdenkmal stehen, sagte die Senatsbaudirektorin. Abgeschlossen werde bis dahin auch die Bebauung am Schinkelplatz und die Sanierung der Staatsoper. Bis 2019 soll zudem die Breite Straße so weit umgebaut sein, dass die von Schloss-Architekt Franco Stella geplante Achse vom Lustgarten durch das Schloss bis in die Breite Straße hergestellt ist. Dies war eine der Forderungen der Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum.
Die Breite Straße soll bis 2019 verschmälert werden. An der Straße sind neue Häuser geplant, in denen laut Lüscher überwiegend Wohnungen entstehen. Dem Land Berlin gehören allerdings nur einige Grundstücke dort, große Teile sind im Besitz des Bundes, sagte Lüscher. Ein Hinweis darauf, dass der Senat auf die Kooperationsbereitschaft des Bundes angewiesen ist. Für die Senatsbaudirektorin ist jedoch klar: „Rund um das Humboldtforum wächst die Stadt zusammen.“ Auch der neue Eingang für die Museumsinsel werde bis 2019 fertig.
Die geplante Umgestaltung des Molkenmarkts hinter dem Roten Rathaus soll sich im Jahr 2019 bereits im vollen Gange befinden. Dort werden die großen Verkehrsschneisen zurückgebaut. Auf den freiwerdenden Flächen sollen neue Häuser errichtet werden. Der Anteil der Verkehrsflächen reduziert sich in dem Areal von heute zirka 63.000 Quadratmetern auf zirka 43.000 Quadratmeter. Mit der Fertigstellung des Areals rechnet die Senatsbaudirektorin erst in der Phase um das Jahr 2025. Immerhin: Auf dem Alexanderplatz soll bis 2019 das erste Hochhaus errichtet werden.
Auf dem Rathausforum wird sich bis 2019 wenig tun. Dort sind zunächst nur kleinere Umgestaltungen vorgesehen – unter anderem rund um die Marienkirche. Hier soll die historische Bebauung des Viertels im Bodenbelag nachgezeichnet werden, sagte Lüscher. Da sich am Marx-Engels-Forum bis 2019 die Baustelle für die Verlängerung der U-Bahn-Linie 5 befindet, kann das Areal dort noch nicht umgestaltet werden. Am Rathausforum könnten zwischen 2020 und 2025 „höchstwahrscheinlich“ nur die Freiraumkonzepte verwirklicht werden, sagte Lüscher.
Welche Vorgaben es für den Wettbewerb zum Rathausforum gibt, ist noch offen. „Ich will dem Diskussionsprozess nicht vorgreifen“, sagte die Senatsbaudirektorin. Klar ist, dass hier die Befürworter eines Wiederaufbaues der historischen Mitte mit all denjenigen streiten werden, die die vorhandene Gestaltung aus der DDR-Zeit erhalten, allenfalls modifizieren wollen.
Kritik aus der SPD
Die Vorlage des Stufenplans stößt bei der Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum auf Zustimmung. Vorstandschef Rettig sagte: „Ich begrüße grundsätzlich die jetzt angelaufenen Planungsinitiativen mit einem Stufenplan des Senats für die historische Mitte.“ Vor dem städtebaulichen Wettbewerb für das Rathausforum müsse aber eine Auseinandersetzung über die Ziele für die Mitte geführt werden.
Volker Härtig von der Kreuzberger SPD, ein enger Vertrauter von SPD-Chef Jan Stöß, beurteilt den Stufenplan sehr viel kritischer: „Hinweise darauf, wann das Humboldtforum, die Luxuswohnungen am Schinkelplatz oder die Sanierung der Staatsoper fertig sind, helfen Berlin bei der Suche nach der zukünftigen Gestalt und der Entwicklung eines urbanen historischen Stadtkerns kaum weiter.“ Entscheidend sei, „dass finanziell und konzeptionell gesichert wird, der autogerechten Stadt in der Mitte Berlins zu Leibe zu rücken, die Ödnis zwischen Fernsehturm und Humboldtforum städtebaulich zu gestalten und eine lebendige und attraktive Stadtmitte zu gewinnen, die diesen Namen verdient“.
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