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Umwelt

Hungerstreik im Regierungsviertel spitzt sich zu: „Bin bereit zu sterben“

Es werde zu wenig über die Fakten und Folgen der globalen Erhitzung gesprochen, finden Klimaaktivisten. Zwei von ihnen sind am Kanzleramt im Hungerstreik.

Team News dpa
3 Min
Wolfgang Metzeler-Kick befindet sich seit dem 7. März im Hungerstreik.  

Wolfgang Metzeler-Kick befindet sich seit dem 7. März im Hungerstreik.  

© Sebastian Gollnow/dpa

Der Hungerstreik zweier Klimaaktivisten im Berliner Regierungsviertel spitzt sich zu. Er sei bereit, seinen Hungerstreik bis zum Äußersten zu eskalieren, sollte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nicht auf ihre Forderungen eingehen, sagte der bayerische Ingenieur Wolfgang Metzeler-Kick am Freitag vor Journalisten in Berlin. Der 49-Jährige verlangt gemeinsam mit dem 57-jährigen Richard Cluse, einem Ingenieur aus Potsdam, vom Kanzler eine Regierungserklärung, in der er die Klimakatastrophe als existenzielle Menschheitskrise anerkennt und die Notwendigkeit eines radikalen Umsteuerns in der Klimapolitik einräumt.

Wolfgang Metzeler-Kick nimmt seit dem 7. März keine Nahrung mehr zu sich. Ein zweiter Aktivist hat sich ihm vor zwölf Tagen angeschlossen. Sie leben in einem Zeltlager im Spreebogenpark im Berliner Regierungsviertel zwischen Bundestag und Kanzleramt.

„Hungern bis ihr ehrlich seid“

Mit der Aktion „Hungern bis ihr ehrlich seid“ wollen sie durchsetzen, dass Bundeskanzler Scholz eine Regierungserklärung zur Klimakrise abgibt. Darin solle der SPD-Politiker sagen, dass der „Fortbestand der menschlichen Zivilisation durch die Klimakrise extrem gefährdet“ sei. Zudem soll sich Scholz zu dem Ziel bekennen: „Wir müssen jetzt, wenn auch mit Jahren Verspätung, radikal umsteuern.“

„Ich hungere für Ehrlichkeit und ich bin bereit zu sterben, damit die Wahrheit ans Licht kommt“, sagte Metzeler-Kick am Freitag bei einer Pressekonferenz. Er sei bereit, den Hungerstreik „bis zum Äußersten zu eskalieren“.

Ärztin: Gesundheitszustand von Metzeler-Kick kritisch

Möglich wäre als nächster Schritt das Weglassen von Saft, den die beiden Aktivisten noch zu sich nehmen. Würde er sterben, würden die Fakten zur globalen Erwärmung und deren Folgen - darunter Stürme, Dürren, Überschwemmungen und Hungersnöte – „aus der Verdrängung gerissen“, meinte der Umweltingenieur. „Es ist ein beschissen hohes Opfer.“

Der gesundheitliche Zustand von Metzeler-Kick sei nach 30 Tagen Hungerstreik kritisch, sagte die Ärztin Susanne Koch. Richard Cluse, der seit zwölf Tagen keine Nahrung zu sich nimmt, sei gesundheitlich noch stabil. Im Extremfall könnten Menschen einen Hungerstreik 50 bis 70 Tage überleben. Die Klimagruppe Scientist Rebellion forderte Sympathisanten auf, aus Solidarität ebenfalls ein bis zwei Tage auf Nahrung zu verzichten.

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