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Nahost

Identitäten bestätigt: Hamas übergibt vier tote Geiseln an Israel

Die in der ersten Phase des Waffenruhe-Abkommens zwischen Israel und der Hamas ist abgeschlossen. Wie geht es weiter?

Sophie Barkey dpa/AFP/sba
3 Min
Kämpfer des Islamischen Dschihad und der  Al-Kassam-Brigaden, des militärischen Flügels der Hamas, umringen am 15. Februar ein Auto des Roten Kreuzes während der Übergabe von drei israelischen Geiseln im südlichen Gazastreifen.

Kämpfer des Islamischen Dschihad und der Al-Kassam-Brigaden, des militärischen Flügels der Hamas, umringen am 15. Februar ein Auto des Roten Kreuzes während der Übergabe von drei israelischen Geiseln im südlichen Gazastreifen.

© Abed Rahim Khatib/dpa

Die sterblichen Überreste von vier getöteten Hamas-Geiseln sind in Israel eingetroffen und sind am Morgen identifiziert worden, wie aus israelischen Medienberichten hervorgeht. Die Familien von Shlomo Mantzur, Ohad Yahalomi, Tsachi Idan und Itzhak Elgarat bestätigten demnach, dass ihre Angehörigen identifiziert wurden.

Israel habe „die Särge von vier toten Geiseln über das Rote Kreuz erhalten“, erklärte das Büro von Regierungschef Benjamin Netanjahu zuvor am Donnerstag. Die Särge seien nach ihrer Übergabe an das Rote Kreuz unter ägyptischer Vermittlung zu einer Armee-Einheit am israelischen Grenzübergang Kerem Schalom überführt worden.

Wie von der israelischen Regierung gefordert, wurde die Übergabe diesmal nicht als Spektakel mit bewaffneten Hamas-Kämpfern und lauter Musik bei der Aushändigung der Särge inszeniert. Laut dem Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu war darüber vorab Einigung mit den Islamisten erzielt worden. Seine Regierung hatte dies zur Voraussetzung für die Freilassung weiterer palästinensischer Häftlinge aus israelischen Gefängnissen gemacht.

Im Gegenzug für die Übergabe der toten Geiseln sollen rund 600 palästinensische Gefangene freigelassen werden. Augenzeugen zufolge fuhr ein erster Bus mit Dutzenden Gefangenen vom Militärgefängnis Ofer im besetzten Westjordanland in Richtung Ramallah, Hunderte andere wurden Medienberichten zufolge in den Gazastreifen gebracht. Der arabische Fernsehsender Al-Dschasira zeigte Aufnahmen, wie sie bei der Wiedervereinigung mit ihren Angehörigen jubelnd in Empfang genommen wurden.

Die Häftlinge – darunter 50 mit lebenslangen Haftstrafen – hätten ursprünglich schon am Samstag vergangener Woche im Austausch für sechs israelische Geiseln freikommen sollen. Aus Wut über die Hamas-Zeremonien bei früheren Übergaben lebender und toter Geiseln setzte die israelische Regierung die Haftentlassungen jedoch vorerst aus.

Noch immer 59 israelische Geiseln im Gazastreifen

Drei der nun ausgehändigten toten Geiseln waren am 7. Oktober 2023 aus zwei jüdischen Siedlungen nahe der Grenze zum Gazastreifen entführt worden. Der vierte Mann wurde an jenem Tag beim Überfall der Hamas und anderer islamistischer Terroristen auf den Süden Israels getötet, seine Leiche nach Gaza verschleppt. 

Bei einer vorherigen Übergabe von toten Geiseln hatte die israelische Untersuchung ergeben, dass es sich bei einer der Leichen um eine Frau aus Gaza handelte – und nicht um die sterblichen Überreste der Deutsch-Israelin Shiri Bibas. Daher hielt sich die israelische Regierung zunächst bedeckt, was die Bestätigung der Geiselübergabe anging.

Nun ist die erste Phase des Waffenruhe-Abkommens zwischen Israel und der Hamas vorgesehene Übergabe von 33 Geiseln aus dem Gazastreifen – darunter acht Tote – abgeschlossen. Im Gegenzug sollten insgesamt 1904 palästinensische Häftlinge freikommen. Die erste Phase des Abkommens soll offiziell am Wochenende enden.

Nach Angaben der als Vermittler fungierenden Regierung Katars sieht die Vereinbarung vor, dass die erste Phase fortdauern kann, solange beide Konfliktparteien über die zweite Phase verhandeln. Diese soll zu einem endgültigen Ende des Kriegs sowie zur Freilassung der restlichen Geiseln führen. Die Kämpfe könnten also weiter ausgesetzt bleiben – obwohl beide Kriegsparteien Berichten zufolge bislang, anders als vorgesehen, noch gar keine ernsthaften Verhandlungen über die zweite Phase geführt haben. Ausgegangen wird davon, dass jetzt noch 59 Geiseln im Gazastreifen festgehalten werden, von denen aber nur noch 27 am Leben sein sollen.

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