Die Preise für Wohneigentum in Berlin ziehen weiter an. Wer im vergangenen Jahr eine Eigentumswohnung in der Hauptstadt gekauft hat, musste dafür im Schnitt 4017 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche bezahlen – rund elf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das geht aus dem Immobilienmarktbericht Berlin 2018/2019 hervor, der am Montag veröffentlicht wurde.
Im Zentrum und im Südwesten Berlins sind Eigentumswohnungen besonders teuer
Mit durchschnittlich rund 5989 Euro je Quadratmeter waren Eigentumswohnungen im Ortsteil Dahlem am teuersten. Das zweithöchste Kaufpreisniveau ermittelte der Gutachterausschuss mit durchschnittlich 5776 Euro je Quadratmeter Wohnfläche für den Ortsteil Mitte. Mit knapp sieben Millionen Euro erzielte eine Wohnung in der Nähe des Werderschen Marktes in Mitte den höchsten absoluten Kaufpreis.
Im Zentrum und im Südwesten der Stadt sind Eigentumswohnungen besonders teuer. Günstig sind sie in Stadtrandlagen wie Reinickendorf, Hohenschönhausen, Hellersdorf, Spandau und Tempelhof, aber auch in Treptow.
Am östlichen Stadtrand sind Wohnungen und Häuser vergleichsweise günstig
Verkauft wurden 2018 insgesamt 18.850 Eigentumswohnungen – zwölf Prozent weniger als im Jahr davor. Die durchschnittliche Größe einer verkauften Eigentumswohnung betrug gut 73 Quadratmeter.
Ein- und Zweifamilienhäuser kosteten im vergangenen Jahr im Schnitt 3085 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche – rund 13 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Am teuersten waren Ein- und Zweifamilienhäuser mit durchschnittlich 9479 Euro je Quadratmeter Wohnfläche in Grunewald, gefolgt von Häusern in Dahlem mit einem Preisniveau in Höhe von rund 8506 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Günstig waren Ein- und Zweifamilienhäuser im vergangenen Jahr am östlichen Stadtrand, wo sich das Preisniveau je Quadratmeter zwischen 2572 Euro in Treptow und 3452 Euro in Köpenick bewegte. Bei rund 62 Prozent der verkauften Eigenheime handelte es sich um freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser. Leichte Preisrückgänge wurden laut dem Bericht bei Immobilien in guten und sehr guten Wohnlagen der Baujahr 1971 bis 1990 verzeichnet. Im Schnitt kostete ein freistehendes Ein- und Zweifamlienhaus im vergangenen Jahr 565.000 Euro. Wer ein solches Haus ein Jahr zuvor erworben hatte, konnte rechnerisch viel Geld sparen: Denn 2017 kostete ein freistehendes Ein- und Zweifamilienhaus im Schnitt noch 480.000 Euro.
Mieter haben oft Angst vor Kündigung wegen Eigenbedarfs
Doppelhaushälften wechselten im vergangenen Jahr für durchschnittlich 451.000 Euro den Besitzer. Das entspricht 2955 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche. Reihenhäuser schlugen mit Preisen von durchschnittlich 439.000 Euro zu Buche – 3005 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche.
Die Zahl der Mietwohnungen, die in Eigentumswohnungen umgewandelt wurden, verringerte sich im vergangenen Jahr zwar um rund 22 Prozent. Unterm Strich bleiben aber noch 12.836 Mietwohnungen, die in Eigentum aufgeteilt wurden. Das sind immerhin noch zwei Drittel der Immobilien, die im vergangenen Jahr zu Eigentumswohnungen wurden. Im Neubau liegt der Anteil der Eigentumswohnungen bei rund 6000 Einheiten. Mieter in umgewandelten Wohnungen haben oft Angst davor, dass ihnen wegen Eigenbedarfs gekündigt wird.
Viele Mieter werden immer noch zum Auszug gedrängt
Zwar genießen Mieter nach der Umwandlung und dem erstmaligem Verkauf ihrer Wohnung einen zehnjährigen Kündigungsschutz, doch viele Mieter sind dennoch verunsichert. Gibt es doch immer wieder Fälle, in denen Mieter zum Auszug gedrängt werden. Manche Vermieter machen dies dadurch, dass sie teure Modernisierungen ankündigen. Wenn dies nichts fruchtet, folgen Angebote für Geldzahlungen in fünfstelliger Höhe, die als „Umzugshilfe“ bezeichnet werden.
Eigentumswohnungen, die nicht vermietet sind, also sofort bezogen werden können, sind teurer. So kosteten laut Immobilienmarktbericht die besonders beliebten Wohnungen in den bis 1919 errichteten Altbauten in der City im vergangenen Jahr im vermieteten Zustand im Schnitt 3389 Euro je Quadratmeter – unvermietet mussten die Käufer dagegen schon 4623 Euro je Quadratmeter bezahlen.
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