Der islamistische CSD-Attentäter Abdul Ballout ist am Dienstag beerdigt worden. Wie ein Polizeisprecher bestätigte, fand die Beisetzung im muslimischen Teil des Friedhofs Gatow statt. Auf Wunsch der Familie und der Friedhofsverwaltung erfolgte die Zeremonie unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
190 Einsatzkräfte der Polizei sowie Beamte des Landeskriminalamtes sicherten das Areal ab. „So konnte dafür gesorgt werden, dass die Beisetzung, aber auch andere Beisetzungen, würdevoll stattfinden konnten“, sagte Polizeisprecher Jörn Iffländer. Gegen 13.45 Uhr war die Beerdigung beendet. Laut Iffländer kam es zu keinen Störungen.
Gegen 16 Uhr war die Polizei schon abgerückt. Auch Angehörige von Abdul Ballout waren nicht mehr vor Ort. Muslimische Gräber werden in der Regel eher schlicht gehalten. Dies geschieht traditionell unter anderem aus dem Grund, dass Heiligenverehrung vermieden werden soll. Prächtige Grabbauten könnten dazu führen, dass Verstorbene angebetet werden – Schirk, die Beigesellung neben Gott, die schwerste Sünde im Islam.
Die Todesschüsse, das Handy und die Opfer: Zum CSD-Anschlag bleibt einiges nebulös
Der 21-jährige Abdul Ballout war am Abend des 25. Juli mit einem gemieteten Transporter am Rande des Christopher Street Days (CSD) im Tiergarten in eine Menschenmenge gefahren. Dabei tötete er eine 65-jährige Frau aus Polen und verletzte 31 Menschen zum Teil lebensgefährlich. Unter den Verletzten ist auch die Tochter der Getöteten.
Am Tag danach spürte die Polizei den flüchtigen Attentäter in einer Spandauer Gartenkolonie auf. Ein Spezialeinsatzkommando erschoss den 21-Jährigen.
Der Friedhof, auf dem Abdul Ballout begraben ist.
© Carola Tunk
Polizei bewacht den Friedhof in Gatow
Abdul Ballout wurde in Berlin geboren. Seine Eltern stammen aus dem Libanon und wurden in Deutschland eingebürgert. Nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes hatte er sich bereits vor einigen Jahren radikalisiert. Zweimal versuchte er auszureisen und sich der Terrororganisation Islamischer Staat anzuschließen. Dabei wurde er verhaftet.
Wegen der Verbreitung von IS-Propaganda und Versuchen, beim IS mitzumachen, verurteilte ihn ein Jugendgericht zu 22 Monaten Haft. Die Strafe brauchte er aber vorerst nicht anzutreten. Auf freiem Fuß nutzte er die Gelegenheit, den Anschlag gegen die Teilnehmer des CSD zu verüben.
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