Handball

In Berlin wollen die deutschen U21-Handballer erstes WM-Gold seit 2011 gewinnen

Im Gegensatz zu ihren Altersgenossen im Fußball liefern die U21-Handballer: Der Titelgewinn bei der Heim-WM nimmt nach dem Viertelfinal-Einzug Konturen an.

sid
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Der Berliner Torhüter Lasse Ludwig war bisher ein großer Rückhalt für die deutsche U21-Handball-Nationalmannschaft.

Der Berliner Torhüter Lasse Ludwig war bisher ein großer Rückhalt für die deutsche U21-Handball-Nationalmannschaft.

© Wolf-Sportfoto/Imago

Schwächelnde Abwehr? Lahmender Angriff? Mangelnde Euphorie? Solche Probleme kennt Martin Heuberger momentan nicht. Im Gegensatz zu ihren Altersgenossen im Fußball befinden sich Deutschlands U21-Handballer mit ihrem Bundestrainer im Flow und haben Kurs auf den Titel genommen.

Getragen vom Heim-Publikum könnte es am Sonntag beim Finale in Berlin das erste WM-Gold seit zwölf Jahren geben. „Wir holen den Titel, davon bin ich überzeugt“, sagte Bob Hanning. Während die deutsche Mannschaft am Dienstag von Magdeburg aus gen Berlin aufbrach, wo ab Donnerstag die K.o.-Runde steigt, machte der Geschäftsführer der Füchse Berlin und Experte im Nachwuchshandball aber auch klar, dass für die Erfüllung der WM-Mission eine Steigerung vonnöten ist.

Bob Hanning sieht noch nicht alle Spieler an ihrer Leistungsgrenze

„So reicht es noch nicht“, sagte Hanning. In den Hauptrundenspielen gegen den Titelverteidiger Frankreich (30:29) und den WM-Zweiten Kroatien (31:29) hätten „noch nicht alle Spieler ihre Leistungsgrenze erreicht. Das Schöne dabei: Es hat trotzdem gereicht. Und das gibt mir viel Zuversicht für die Finalspiele.“

Dem Deutschen Handballbund (DHB) kommen die U21-Festspiele sehr gelegen. Die vollen Hallen, die tolle Stimmung und nicht zuletzt die fünf Siege in fünf Spielen sind beste Werbung für eine Sportart, die ein halbes Jahr vor der Heim-EM bei den Männern natürlich auch um die Gunst von Fans und Sponsoren buhlt. „Wir wollen diesen Hype, den wir mit unserer Leistung ausgelöst haben, weitertragen“, sagte Heuberger bei einem Medientermin am Dienstag. Das gesamte Team sei „extrem beeindruckt, was in Hannover und Magdeburg passiert ist. Jetzt haben alle eine große Vorfreude auf Berlin. Da wollen wir die Begeisterung weiter entfachen mit unserem tollen Handballspiel.“

Hanning hebt die „herausragende Mentalität“ des deutschen Teams hervor. „Die Spieler reißen mit ihrer Leidenschaft das Publikum mit. Solch eine Einstellung, die die Spieler auf und neben dem Feld ausstrahlen, tut unserer Gesellschaft gut“, sagt er. Viele der U21-Spieler, die bei den Eurosport-Übertragungen bis zu 350.000 Zuschauer vor die Bildschirme locken, würde man „mittelfristig auch im A-Team sehen“.

Spieler wie Renars Uscins und Lasse Ludwig strotzen vor Ehrgeiz

Ein Karrierebeschleuniger wäre der dritte WM-Titel für eine deutsche U21 nach 2009 (in Ägypten) und 2011 (in Griechenland) allemal. Spieler wie Kreisläufer Justus Fischer, Spielmacher und Kapitän Renars Uscins (beide Hannover) oder die beiden Keeper David Späth (Rhein-Neckar Löwen) und Lasse Ludwig (Füchse Berlin) strotzen vor Ehrgeiz und Energie.

„Träumen darf man immer“, sagte Heuberger vor dem Viertelfinale am Donnerstag (21 Uhr, Eurosport) gegen den Nachwuchs von Weltmeister und Olympia-Silbermedaillengewinner Dänemark: „Das ist immer gut und gibt ein positives Gefühl, aber Dänemark ist einer von vielen Brocken, die noch auf dem Weg sind.“ Laut Hanning muss die Mannschaft nun „liefern und den Druck der öffentlichen Erwartung als Rückenwind und nicht als Gegenwind wahrnehmen“.

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