ENTLASSUNG: Thailands Regierung hat am Dienstag den Leiter des staatlichen Wetterdienstes, Suparerk Thantiratanawong, entlassen, weil er nicht rechtzeitig vor der Flut gewarnt hat. Die Behörde hatte nach eigenen Angaben bereits eine Stunde vor der Flutwelle Informationen über das Erdbeben vor Sumatra und das Tsunami-Risiko. Die Behörde erklärte jedoch, dass sie mit Rücksicht auf die Tourismus-Branche darauf verzichtet habe, die Küstenregionen zu alarmieren. Ministerpräsident Thaksin Shinawatra beauftragte den früheren Behördenleiter Smith Thammasaroj mit der Leitung eines Ausschusses, der ein Warnsystem vorbereiten soll. Smith hat erklärt, dass er bereits vor sieben Jahren auf die Tsunami-Gefahren hingewiesen habe. BDI: Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat die Erhöhung der Fluthilfe durch die Bundesregierung begrüßt und eigene Anstrengungen angekündigt. BDI-Präsident Jürgen Thumann sagte: "Wir Unternehmer werden alles tun, damit die Hilfe für die Flutopfer in Südostasien auch dann weiterträgt, wenn die öffentliche Aufmerksamkeit nachlassen wird. Wir wollen den Menschen nachhaltig helfen. Die Überlebenden brauchen unsere Hilfe zum Weiterleben." Deshalb hätten BDI und der Asien-Pazifik-Ausschuss der deutschen Wirtschaft letzte Woche zu Spenden aufgerufen. Die Spenden, die durch diese Initiative zusammenkommen, sollen laut Thumann vor allem für den nachhaltigen Wiederaufbau eingesetzt werden. UREINWOHNER: Indien will die Frühwarnsysteme der Ureinwohner zum Schutz vor Naturkatastrophen nutzen. Die Regierung habe eine entsprechende Studie in Auftrag gegeben, berichtete die Gesellschaft für bedrohte Völker. Ureinwohner von Küstengebieten am Indischen Ozean hätten offenbar außerordentliche Naturphänomene wie ungewöhnliche Vögelschreie und das Zurückweichen des Meeres als Warnung gedeutet und sich frühzeitig in Sicherheit gebracht. Auf den Inselgruppen der Andamanen und Nikobaren habe es weniger Tote unter Ureinwohnern als unter der übrigen Bevölkerung gegeben. PARTNERSCHAFTEN: Mehrere Großstädte haben Patenschaften mit Städten in den Katastrophengebieten oder die Unterstützung konkreter Projekte angekündigt. München will die Stadt Batticaloa in Sri Lanka unterstützen. Kurzfristig sollen medizinisches Gerät, Medikamente und Personal geschickt werden. Langfristig ist an die Vermittlung von Patenschaften für die vielen Waisen in Batticaloa gedacht. Essen will einer Geburts- und Kinderklinik in Galle (Sri Lanka) helfen. Magdeburg wird die Patenschaft für ein Unicef-Projekt übernehmen.------------------------------TOTE UND VERMISSTE: Neun Tage nach der Katastrophe waren 145 000 Tote offiziell registriert. Die Vereinten Nationen befürchten aber, dass deutlich mehr als 165 000 Menschen getötet wurden. 60 deutsche Tote sind identifiziert. Die Zahl der deutschen Vermissten sank erstmals leicht. Sie liegt aber immer noch deutlich über 1 000.Land ToteIndonesien 94 081Sri Lanka 30 229Indien 15 160Thailand 5 246Ostafrika 137Malediven 82Malaysia 68Deutschland 60Burma 59Schweden 52 Großbritannien 40 Schweiz 23Frankreich 22Japan 22Italien 18Norwegen 16USA 15Finnland 15Australien 14Südkorea 11Österreich 10Russland 10Singapur 9Hongkong 8Südafrika 8Dänemark 7Belgien 6Niederlande 6Kanada 5Philippinen 5Israel 4
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