Ostfriesland

Urlauber meckert über Insel Langeoog: „Jedes Altenheim hat länger auf“

Von seinem Urlaub auf Langeoog war dieser Facebook-Nutzer nicht gerade begeistert. In einem Post berichtet er von seinen Erfahrungen und löst eine Debatte aus.

Jule Damaske Team News
4 Min
Schön oder langweilig? Ein Urlauber war von der ostfriesischen Insel Langeoog wenig begeistert.

Schön oder langweilig? Ein Urlauber war von der ostfriesischen Insel Langeoog wenig begeistert.

© localpic/imago

Urlaub auf Langeoog in Ostfriesland: „Ich bin enttäuscht, entsetzt und frustriert“. Das berichtet Michael R. auf Facebook über seinen Aufenthalt auf der Urlaubsinsel in Norddeutschland. Seit 1995 komme er jedes Jahr für drei Wochen im Hochsommer auf die Insel, „aber nicht zum Fernsehgucken in der FeWo (Anmerkung der Redaktion: Ferienwohnung).“ So langweilig sei der Urlaub in diesem Jahr gewesen. Insbesondere die Abende hätten ihn enttäuscht: „22.30 Uhr gingen heute buchstäblich alle Lichter aus, alle Straßen dunkel, auf nassem Asphalt den Weg in die bekannte FeWo gesucht.“

Im Januar 2023 hatte der Gemeinderat der Insel Langeoog beschlossen, die Straßenbeleuchtung um 22.30 Uhr auszuschalten, um Energie zu sparen. Das wirkt sich anscheinend negativ auf das Wohlbefinden der Urlauberinnen und Urlauber aus. Doch nicht nur die Dunkelheit auf der Straße kritisiert der Facebook-Nutzer. In den Bars und Restaurants sei bereits früh „tote Hose“ gewesen. „Der Kellner im Dwars verwies auf die Gemeinde und kassierte die letzte Runde, im Blied saßen noch ein paar Leute, ansonsten dunkle Lokale“, schreibt Michael R. „So stelle ich mir ‚meine Insel fürs Leben‘ nicht vor, jedes Altenheim hat länger auf.“

Facebook-User teilen ihre Langeoog-Erfahrungen

Dass Michael R. mit seiner Meinung nicht allein ist, zeigt sich in der Kommentarspalte. Über 200 Antworten gibt es auf den Facebook-Post. Viele Userinnen und User stimmen dem Verfasser zu. So auch Vanessa L., die von ihrem letzten Besuch genauso enttäuscht war: „Ganz ehrlich: Ich war über Pfingsten vom kulinarischen Gesamtangebot ziemlich enttäuscht und werde vorerst weiterhin lieber nach Norderney fahren.“

Hauke K. macht den Personalmangel für die Veränderung auf Langeoog verantwortlich: „Lieber Michael, überleg mal, woran es liegen könnte, dass die Restaurants um 22.30 Uhr schließen“, kommentiert er. „Das passiert nicht, weil die Gemeinde das angeordnet hat und Langeoog zum ‚Altersheim‘ erklärt hat. Vielleicht ist es ja an Dir vorbeigegangen, dass die Gastronomie überall mit Personalnot kämpft.“

Claudia W. stimmt Michael R. zu: „Ich finde schon, dass man auf einer Ferieninsel auch einen ‚Unterhaltungswert‘ erwarten können sollte.“ Für die Anreise, Unterkunft und Verpflegung zahlen die Gäste immerhin viel Geld. Da wolle man nicht abends früh zu Bett gehen. „Das kann’s ja wohl nicht sein“, so die Userin.

„Langeoog ist eine Kur-Insel, nicht der Ballermann“

Genauso sieht es Sandy S., die sich an alte Zeiten erinnert: „Wer die Insel noch vor 2000 kennt, weiß, dass man vor 23 Uhr gar nicht in den Ort gehen musste, weil es zu voll war ... Die Kneipendichte war höher als in Barcelona und im ganzen Dorf konnte man noch draußen sitzen.“ Die Userin beobachtet, dass Kneipen aber auch auf dem Festland aussterben. „Ich persönlich finde das schade“, schreibt Sandy S. „Es sind ja auch Begegnungsstätten.“

Ein Großteil der Nutzerinnen und Nutzer ist jedoch anderer Meinung als Michael R. „Langeoog ist eine Kur-Insel“, kommentiert Simone M. „Dass ab 22 Uhr/22.30 Uhr entsprechend Ruhe einkehren soll, ist da völlig normal.“ Nadine S. stimmt ihr zu: „Wir kommen auch nach Langeoog, um unseren Kopf freizuschalten und tief durchzuatmen. Und nicht, um Party zu machen, das kann man zu Hause oder auf den entsprechenden Partyinseln machen.“ Und auch Jochen W. findet: „Die Nordseeinseln sind halt nicht der Ballermann und das ist auch gut so!“

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de