UPDATE

Ärger für Privatkunden

Insolvenz: KaDeWe-Kunden bekommen ihr Geld nicht zurück

Das Berliner Luxuskaufhaus verschickt Briefe an seine Kunden, in denen mitgeteilt wird, dass es nicht möglich sei, Anzahlungen zurückzubekommen. Bestellte Ware gibt es aber auch nicht.

2 Min
Berliner Prachtstück mit ungewisser Zukunft: Niemand weiß, wie es mit dem KaDeWe weitergehen wird.

Berliner Prachtstück mit ungewisser Zukunft: Niemand weiß, wie es mit dem KaDeWe weitergehen wird.

© Christian Charisius/dpa

Bitter: Die Insolvenz der KaDeWe-Gruppe könnte die Steuerzahler in Berlin laut einem Medienbericht bis zu 18 Millionen Euro kosten.

Wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) vor einigen Wochen berichtete, bürgt das Land Berlin derzeit noch für Kredite der Kaufhausgruppe in dieser Höhe.

Guten Morgen, Berlin Newsletter
Vielen Dank für Ihre Anmeldung.
Sie erhalten eine Bestätigung per E-Mail.

Kein Geld, aber auch keine Ware

Demnach stammt das Zahlungsrisiko aus einer Bund-Länder-Bürgschaft für einen Kredit im Umfang von 90 Millionen Euro, den die KaDeWe-Muttergesellschaft im Jahr 2020 im Rahmen der Corona-Hilfsmaßnahmen in Anspruch genommen hatte.

Nun kommt ein weiteres Ärgernis hinzu, das auch die Privatkunden des insolventen und weltberühmten Kaufhauses betrifft: Wer vor der Insolvenz etwas im KaDeWe bestellt hat, der wird wohl vorerst weder seine Anzahlung noch den kompletten Rechnungsbetrag zurückbekommen.

In einem Brief vom 26. Februar des Hauses an eine Kundin, der der Berliner Zeitung vorliegt, heißt es: „Bedauerlicherweise müssen wir Ihnen nach eingehender Prüfung der Sachlage mitteilen, dass auch Ihre geleistete Anzahlung (....) eine Insolvenzforderung im Sinne des §38 InsO darstellt. Wir bitten um Verständnis, dass wir aus rechtlichen Gründen weder diese Forderungen begleichen noch den Vertrag abwickeln können.“

Mit anderen Worten: Es gibt für die Kundin vorerst weder die bestellte Ware noch das Geld, das sie angezahlt hat. Das Kaufhaus schließt den Brief mit der „Hoffnung auf ihr Verständnis für die derzeitige Situation“.

Die KaDeWe-Gruppe hatte Ende Januar Insolvenz angemeldet. Unternehmenschef Michael Peterseim machte die hohen Mieten des insolventen Immobilienkonzerns Signa für die finanziellen Probleme des Unternehmens verantwortlich. Nun hat sich auch der Gründer der Immobilien- und Handelsgruppe selbst für zahlungsunfähig erklärt. René Benko habe am Landgericht Innsbruck Insolvenz angemeldet, bestätigte eine Gerichtssprecherin am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Ein Richter werde voraussichtlich in den kommenden Tagen über den Antrag des 46-jährigen Unternehmers entscheiden, sagte sie.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema