Internet für unterwegs

Bahn erprobt Gratis-WLAN in Berliner Regionalzügen

Kostenlos beim Reisen im Internet surfen: Das soll es künftig in vielen Regionalzügen geben. Doch das ist einfacher gesagt als getan, heißt es nicht nur bei der DB.

Peter Neumann
3 Min
Mehr Fahrgäste: Ein DB-Regionalzug in Berlin.

Mehr Fahrgäste: Ein DB-Regionalzug in Berlin.

© BLZ/Mike Fröhling Lizenz

Die Fahrgäste sind erfreut. Im Interregio-Express, der zwischen Berlin und Hamburg verkehrt, erprobt die Deutsche Bahn (DB) kostenloses WLAN. Damit können nun auch Reisende im Regionalverkehr einen Service nutzen, den es bislang nur in der ersten Klasse des ICE und in vielen Fernbussen gibt. „Bisher haben wir durchweg positive Rückmeldungen“, sagte Renado Kropp, Regionalleiter Marketing bei DB Regio Nordost in Potsdam. Doch der Test zeigt auch, dass es Probleme gibt, die noch gelöst werden müssen.

Egal, ob man auf Asphalt oder auf Schienen unterwegs ist: Wer aus Berlin herausfährt, stellt schon bald fest, wie viele Funklöcher es gibt. Kein Empfang – Surfen im Internet unmöglich! „Wenn kein Funksignal da ist, nützt die beste Technik im Fahrzeug nichts“, sagte Kropp. Das sei auch im Interregio-Express, der dem Fernbus mit niedrigen Tarifen Konkurrenz machen und junge Leute anlocken soll, das Problem. Was Netzabdeckung anbelangt, „hängt Deutschland meilenweit hinterher“, so Kropp.

„Ein Armutszeugnis“

Andere Regionalzugbetreiber in Berlin und Brandenburg können das nur bestätigen. „WLAN in unseren Zügen – das haben wir immer mal wieder versucht“, berichtete Arnulf Schuchmann von der Ostdeutschen Eisenbahn. „Doch auf mehreren Abschnitten empfangen wir kein Signal. Was Netzanbieter hier abliefern, ist ein Armutszeugnis.“

Auch die Niederbarnimer Eisenbahn hält sich derzeit zurück. „Wir wollen nicht für etwas werben, was schlecht funktioniert“, sagte die Marketingleiterin Corinna Alder.

Dabei ist klar: Vor allem junge Fahrgäste legen Wert darauf, auch auf Reisen im Internet surfen zu können. „Über kurz oder lang wird sich das durchsetzen“, sagte Kropp.

Sechs Prozent mehr Reisende

Auch die DB arbeite an WLAN – bundesweit. Der Test zwischen Berlin und Hamburg, der noch bis zum Monatsende dauert, soll Hinweise liefern.

Immerhin: Über mangelnden Zuspruch kann sich der DB-Regionalverkehr in Berlin und Brandenburg nicht beklagen. In diesem Jahr wird sich die Fahrgastzahl auf 57,5 Millionen summieren, so Kropp. „Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um sechs Prozent. Die Region wächst – das spüren wir auf den Regionalexpresslinien.“

Der Fahrplanwechsel am 13. Dezember werde weitere Verbesserungen bringen. So werden die Regionalbahnlinien RB 10/14 aus Nauen, die heute am Hauptbahnhof enden, zum Südkreuz verlängert. Die RB 13 aus Wustermark fährt über Spandau hinaus nach Jungfernheide.

Am Ostkreuz halten dann erstmals Regionalzüge. Großes Potenzial sah Kropp in der Linie RB 24, die Eberswalde, Königs Wusterhausen und Senftenberg im Stundentakt mit dem Knotenpunkt im Osten Berlins verbinden wird. „Diese Linie wird ein Erfolg“, sagte Kropp. Aber es gibt auch eine Verzögerung: In Schöneweide fahren die Züge durch?– wohl noch bis April 2016. Erst dann wird die Signaltechnik, die schnelleres Fahren erlaubt und Zeit zum Anhalten schafft, fertig.

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