Wirtschaft

Investitionsgipfel: Top-Manager zu Gast im Bundeskanzleramt

Etwa 30 Unternehmer treffen Kanzler Friedrich Merz zum Investitionsgipfel. Bei den Gesprächen soll es um milliardenschwere Investitionen der Bundesregierung sowie der Investoren gehen.

Katharina Heflik Team News AFP khe
3 Min
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)

© Michael Kappeler/dpa

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat Manager großer deutscher Unternehmen zum Investitionsgipfel im Bundeskanzleramt eingeladen. Vor Beginn des Gipfels kündigte die Bundesregierung an, Unternehmen Investitionen von mehreren hundert Milliarden Euro in Aussicht zu stellen. Das Geld soll unter anderem in neue Standorte und Anlagen in Deutschland, aber auch in Forschung und Entwicklung sowie die Modernisierung der Infrastruktur fließen.

„Wir begrüßen das Vertrauen der Unternehmen, in den Standort Deutschland und seine Arbeitsplätze zu investieren“, sagte Merz. „Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag für mehr Wirtschaftswachstum und die Zukunftsfähigkeit des Standorts. Zugleich senden sie ein kraftvolles Signal an internationale Unternehmen, wieder stärker in Deutschland zu investieren.“

Die Unternehmensinitiative „Made for Germany“ will nach eigenen Angaben eine Wirtschaftswende in Gang setzen. „Als Allianz vieler führender Unternehmen wollen wir im Schulterschluss mit der Politik dazu beitragen, Deutschland und damit auch Europa auf Wachstumskurs zu bringen“, sagte der Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, dem „Handelsblatt“ vom Montag. Das könne auch zu einem Stimmungsumschwung im Land beitragen. Die Initiative wurde von Sewing, Siemens-Chef Roland Busch sowie Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer, und dem Chef von FGS Global, Alexander Geiser, ins Leben gerufen.

Unternehmen wollen 631 Milliarden Euro investieren

Bis Montagmorgen haben sich den Angaben zufolge 61 Unternehmen und Investoren der Initiative angeschlossen. Sie hätten zugesagt, innerhalb der nächsten drei Jahre 631 Milliarden Euro am Standort Deutschland zu investieren. Die Summe umfasse sowohl bereits geplante als auch neue Kapitalinvestitionen, Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie Zusagen internationaler Investoren. Ein dreistelliger Milliardenbetrag und „damit ein signifikanter Anteil der Gesamtsumme“ entfällt den Initiatoren zufolge auf Neuinvestitionen.

Sewing sagte dem Handelsblatt in einem Doppel-Interview mit Busch: „Wir brauchen jetzt ein klares Zeichen an die Gesellschaft, dass sich hier etwas bewegt.“ Und Busch sagte weiter: „Wir brauchen in der Politik den Mut für strukturelle Veränderungen, und da müssen unbedingt große Schritte folgen.“ Merz hatte grundlegende Reformen der Sozialversicherungen angekündigt. Wie diese genau aussehen und wann genau sie kommen, ist aber offen. Unternehmen klagen zudem seit langem über zu viel Bürokratie.

30 Unternehmen bei Gipfel im Kanzleramt

Bundestag und Bundesrat hatten ein 500 Milliarden schweres Sondervermögen für zusätzliche staatliche Investitionen in Infrastruktur und Klimaschutz beschlossen. Nur ein Teil der notwendigen Investitionen aber könne staatlich getätigt werden, ein großer Teil müsse privat erfolgen, hatte ein Regierungssprecher gesagt.

An dem Treffen im Kanzleramt nehmen dem Vernehmen nach rund 30 Unternehmen teil, darunter mehr als ein Dutzend Dax-Konzerne. Nach den Beratungen, an denen auch Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) teilnehmen, soll es Pressestatements geben.

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