Umfrage

Nahostkonflikt: 70 Prozent der Israelis sagen „Ja“ zum Iran-Angriff

Die deutliche Mehrheit der jüdischen Israelis befürwortet den Angriff auf den Iran. Die arabische Bevölkerung lehnt ihn größtenteils ab – und sieht politische Motive bei Benjamin Netanjahu.

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Ein israelischer Retter hält ein Kind im Arm, während die Menschen ihre Häuser in Ramat Gan nach dem Einschlag einer iranischen Rakete evakuieren.

Ein israelischer Retter hält ein Kind im Arm, während die Menschen ihre Häuser in Ramat Gan nach dem Einschlag einer iranischen Rakete evakuieren.

© dpa

Rund 70 Prozent der israelischen Gesamtbevölkerung unterstützen den jüngsten Angriff auf den Iran. Das zeigt eine Blitzumfrage des Israel Democracy Institute, die zwischen dem 15. und 17. Juni 2025 durchgeführt wurde. Die Zustimmung fällt dabei stark unterschiedlich aus: 82 Prozent der jüdischen Bevölkerung befürworten die Offensive und deren Zeitpunkt, während 65 Prozent der arabischen Israelis beides ablehnen.

Auch bei der Einschätzung der Beweggründe von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zeigt sich eine deutliche Trennlinie: Zwei Drittel der jüdischen Befragten sehen sicherheitsbezogene und objektive Motive hinter der Entscheidung. Unter arabischen Israelis hingegen halten ebenfalls zwei Drittel politische und subjektive Gründe für ausschlaggebend.

Israelis haben Angst um die Sicherheit ihrer Familien

Die Mehrheit der jüdischen Israelis bewertet zudem die Resilienz der israelischen Gesellschaft als hoch, äußert jedoch gleichzeitig Sorgen um die eigene Sicherheit und die der Familie. Auch unter arabischen Israelis ist die Sorge groß – doch nur eine Minderheit bewertet die gesellschaftliche Widerstandskraft positiv.

Eine deutliche Mehrheit der jüdischen Bevölkerung (rund zwei Drittel) ist der Meinung, dass der Angriff auch ohne direkte US-Beteiligung gerechtfertigt war. In früheren Erhebungen hatte noch die Mehrheit auf eine gemeinsame Aktion mit den USA bestanden. Im aktuellen Kontext glauben die meisten jüdischen Israelis, dass Israels Sicherheit ein zentrales Anliegen von US-Präsident Donald Trump sei – ein Anstieg im Vergleich zum Vormonat. In der arabischen Bevölkerung sinkt dieser Wert, bleibt aber auf pluralistischer Mehrheit.

Knapp über die Hälfte der jüdischen Befragten befürwortet angesichts der Lage die Bildung einer breiten Einheitsregierung – bei arabischen Israelis teilt nur ein gutes Viertel diese Ansicht.

Iran-Konflikt: Zwei Drittel der Israelis glauben an baldiges Kriegsende

Trotz aller Spannungen gibt es in einem Punkt große Einigkeit: Eine deutliche Mehrheit beider Bevölkerungsgruppen empfindet die Anweisungen des Heimatschutzkommandos der israelischen Armee (IDF Home Front Command) als klar verständlich. Außerdem gehen rund zwei Drittel davon aus, dass der Krieg innerhalb eines Monats enden wird.

Ein besonders kontroverser Punkt betrifft die Frage nach zivilen Opfern im Iran: Drei Viertel der jüdischen Israelis meinen, das Leid der iranischen Bevölkerung solle bei der weiteren Kriegsplanung keine Rolle spielen – lediglich ein Viertel der arabischen Israelis teilt diese Ansicht.

Die Umfrage basiert auf einer repräsentativen Stichprobe von 594 jüdischen und 143 arabischen Israelis ab 18 Jahren. Sie wurde vom Viterbi Family Center for Public Opinion and Policy Research im Auftrag des Israel Democracy Institute durchgeführt.

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