An der Absturzstelle des Präsidenten-Helikopters im Iran haben die Rettungskräfte keine Anzeichen für Überlebende gefunden. Das berichtete das iranische Staatsfernsehen am Morgen. Unter den neun Toten sind Präsident Ebrahim Raisi und Außenminister Hussein Amirabdollahian. Medienberichte zufolge wurde Raisis Leiche am Montagmorgen geborgen. Mohammed Mochber wurde bereits am Mittag zum Interims-Nachfolger für Raisi erklärt. Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei ordnete fünf Tage Staatstrauer an.
Nach dem Tod des iranischen Staatschefs wird in dem Land am 28. Juni ein neuer Präsident gewählt. Dieses vom Wächterrat vorgeschlagene Datum sei bei einem Treffen der Spitzen von Regierung, Parlament und Justiz festgelegt worden, meldete das Staatsfernsehen am Montag.
Die Trauerfeierlichkeiten sollen schon am Dienstag beginnen. Eine Bestattungszeremonie für Raisi und seine Begleiter werde am Dienstagmorgen in Täbris im Norden des Iran stattfinden, meldete die iranische Nachrichtenagentur Irna.
Trauernde bei einer ersten Zeremonie für den verstorbenen iranischen Präsidenten in Teheran.
© Vahid Salemi/AP
Ebrahim Raisi stirbt bei Hubschrauber-Absturz: Bergung schwierig
Das Staatsfernsehen hatte am Sonntagnachmittag erstmals darüber berichtet, dass der Präsidentenhubschrauber in der Provinz Ost-Aserbaidschan bei schlechtem Wetter einen nicht näher beschriebenen „Unfall“ gehabt habe. Raisi hatte in der Provinz gemeinsam mit Aserbaidschans Staatschef Ilhan Alijew ein Staudammprojekt eingeweiht. Auf dem Rückflug ereignete sich das Unglück.
Such- und Rettungsmannschaften durchkämmten daraufhin in einer schwierigen Rettungsaktion eine bewaldete Gebirgsregion im Nordwesten des Landes, schlechtes Wetter und dichter Nebel behinderten die Sucharbeiten.
Die staatliche Nachrichtenagentur veröffentlichte schließlich von einer Drohne aufgenommene Bilder, die Trümmerteile eines völlig zerstörten Helikopters an einem Hang zeigen. Zuvor hatte der Chef des iranischen Roten Halbmonds, Pir-Hussein Kuliwand, die Lage als „düster“ beschrieben. In einem Video beschrieben Rettungskräfte die Kabine des Hubschraubers als „völlig ausgebrannt“.
Einsatzkräfte bei der Bergungsmission
© Azin Haghighi/Moj News Agency/AP
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Ebrahim Raisi tot: Mehrere Staaten bieten Hilfe an
Staaten wie der Irak, Kuwait, Katar, Saudi-Arabien, Syrien und auch die Türkei zeigten sich besorgt und boten ihre Hilfe an. Die Türkei entsandte ein Team von Bergrettern und einen Hubschrauber mit Nachtsichtausrüstung für die Suche nach dem Präsidenten-Helikopter. Die Europäische Union aktivierte ihren Dienst zur Bereitstellung von Geo-Daten für die Suche nach dem Hubschrauber.
Russland erklärte am Montagmorgen, „auf Bitte der iranischen Seite“ Rettungskräfte des russischen Notfall-Ministeriums zu entsenden. Das Team aus 47 Spezialisten mit der notwendigen Ausrüstung, Geländefahrzeugen und einem Hubschrauber werde sich nach Täbris begeben, hieß es aus dem Ministerium.
Die Regierung in Washington erklärte derweil, auch sie sei um Hilfe gebeten worden. Sie verfolge die Ereignisse und drückte „ihr offizielles Beileid“ zum Tod von Raisi, Außenminister Hossein Amir-Abdollahian und der übrigen Delegationsmitglieder aus, so Außenministeriumssprecher Matthew Miller am Montag. „Wir haben ihnen deutlich gemacht, dass wir Hilfe ermöglichen würden, wie wir es bei jedem Ersuchen einer ausländischen Regierung in einer solchen Situation tun würden, und letztendlich waren wir nicht in der Lage, diese Hilfe zu leisten“, sagte Miller weiter. Er machte keine Angaben dazu, wonach die iranische Führung genau gefragt habe und in welcher Form. Die USA haben weitgehend wegen logistischer Gründe entsprechende Unterstützung nicht leisten können, so Miller.
In den vergangenen Monaten hatten sich die Spannungen zwischen den USA und dem Iran angesichts des Nahost-Konflikts zeitweise stark zugespitzt.
Zuletzt Spannungen zwischen Israel und Iran
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Nasser Kanani, bedankte sich bei Regierungen und internationalen Organisationen „für ihr Mitgefühl und ihre Hilfsangebote bei den Such- und Rettungsaktionen“. Das iranische Kabinett hielt nach dem Vorfall eine Dringlichkeitssitzung unter der Leitung von Vizepräsident Mohammad Mokhber ab, berichtete die Nachrichtenagentur Irna.
Raisi ist seit 2021 Präsident des Iran. Während seiner Amtszeit erlebte das Land Massenproteste, die durch den Tod der jungen Jina Mahsa Amini im September 2022 ausgelöst wurden.
Seit dem Beginn des Krieges zwischen der radikalislamischen Hamas und Israel im Oktober nahmen auch die Spannungen zwischen Israel und dem Iran wieder zu. Im April beschoss der Iran Israel erstmals von iranischem Boden aus mit hunderten Drohnen und Raketen, nachdem Israel nach iranischen Angaben zwei hochrangige Vertreter der iranischen Revolutionsgarden in Syrien getötet hatte. In einer Rede kurz vor seinem Abflug am Sonntag hatte Raisi die Unterstützung des Iran für die Palästinenser erneut hervorgehoben. Deren Sache sei „das wichtigste Thema der muslimischen Welt“.
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