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Iran-Krieg: Trump kündigt Seeblockade der Straße von Hormus an

Nach dem Scheitern von Gesprächen mit dem Iran verschärft Washington den Kurs. Die Ankündigung betrifft eine der wichtigsten Ölrouten der Welt.

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US-Marineeinheiten in der Straße von Hormus am Persischen Golf.

US-Marineeinheiten in der Straße von Hormus am Persischen Golf.

© Lance Cpl. Dalton Swanbeck/imago

US-Präsident Donald Trump hat nach dem Scheitern der Gespräche mit dem Iran eine Seeblockade der Straße von Hormus angekündigt. Die US-Marine werde „mit sofortiger Wirkung“ alle Schiffe blockieren, die versuchen, in die Meerenge einzufahren oder sie zu verlassen, schrieb Trump am Sonntag auf seiner Plattform Truth Social.

Als Begründung verwies Trump darauf, dass der Iran zugesagt habe, die Straße von Hormus wieder zu öffnen, dies jedoch „wissentlich nicht getan“ habe. Dadurch seien weltweit „Angst, Verwerfungen und Schaden“ entstanden. Zugleich forderte er die iranische Führung auf, den Prozess zur Öffnung der aus seiner Sicht „internationalen Wasserstraße“ unverzüglich einzuleiten.

Zudem begründete Trump den Schritt mit der aus seiner Sicht fortbestehenden Gefahr für die Schifffahrt. Der Iran habe selbst angegeben, Seeminen gelegt zu haben. Zwar behauptete der US-Präsident zugleich, große Teile der iranischen Marine sowie die meisten Boote zum Ausbringen von Minen seien bereits zerstört worden. Dennoch bleibe die Lage unsicher, da bereits die Möglichkeit weiterer Minen Reeder von einer Durchfahrt abhalte. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht.

Darüber hinaus erklärte Trump, er habe die Marine angewiesen, Schiffe in internationalen Gewässern zu kontrollieren, die Gebühren an den Iran gezahlt hätten. „Niemand, der eine illegale Maut bezahlt, wird eine sichere Passage auf hoher See haben“, schrieb er.

Zugleich machte Trump das Scheitern der Gespräche in Islamabad an der Atomfrage fest. Der Iran habe sich geweigert, auf sein Atomprogramm zu verzichten. „Iran wird niemals eine Atomwaffe haben“, erklärte der Präsident.

Straße von Hormus: USA beginnen mit Minenräumung

Parallel zu der Ankündigung haben die USA nach eigenen Angaben bereits mit einem Einsatz in der Straße von Hormus begonnen. Zwei Zerstörer der US-Marine hätten die Meerenge durchquert und operierten inzwischen im Persischen Golf, teilte das zuständige Regionalkommando US Central Command (CENTCOM) mit.

Demnach sollen weitere Kräfte, darunter Unterwasserdrohnen, in den kommenden Tagen hinzukommen. Ziel sei es, die Schifffahrtsroute wieder vollständig nutzbar zu machen. „Wir haben begonnen, eine sichere Passage einzurichten“, erklärte CENTCOM-Kommandeur Brad Cooper.

Trump hatte bereits am Vortag erklärt, die USA würden die Straße von Hormus „räumen“ – „als Gefallen für Länder auf der ganzen Welt“, darunter China, Japan, Südkorea, Frankreich und Deutschland. Diese hätten „nicht den Mut oder den Willen“, selbst zu handeln. Trump zufolge gehe vom Iran vor allem die Gefahr durch Seeminen aus. Schiffe könnten auf Minen stoßen. Zugleich behauptete er, sämtliche 28 iranischen Minenabwurfboote lägen bereits „auf dem Meeresgrund“. Diese Angaben lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

Gespräche in Islamabad scheitern nach 20 Stunden

Trump bestätigte zugleich Details zu den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Diese hätten „früh am Morgen begonnen und die ganze Nacht angedauert“, insgesamt fast 20 Stunden. Vertreten wurde Washington unter anderem von US-Vizepräsident JD Vance, dem Sondergesandten Steve Witkoff sowie Jared Kushner. Auf iranischer Seite nahmen laut Trump Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf sowie die Diplomaten Abbas Araghchi und Ali Bagheri teil.

Trotz zwischenzeitlicher Annäherungen sei es in der zentralen Frage zu keiner Einigung gekommen. Der Iran habe sich „nicht bereit gezeigt, seine nuklearen Ambitionen aufzugeben“, schrieb Trump. „Iran wird niemals eine Atomwaffe haben.“ US-Vizepräsident JD Vance erklärte nach dem Verhandlungsmarathon in Islamabad, es sei keine Einigung mit dem Iran erzielt worden. Teheran habe „unsere Bedingungen nicht akzeptiert“.

Ghalibaf warf den USA daraufhin vor, kein Vertrauen geschaffen zu haben. Auch der frühere Außenminister Mohammad Dschawad Sarif erklärte, die USA hätten versucht, ihre Bedingungen zu „diktieren“.

Trump lobt Pakistan und kritisiert Iran

Trump warf der iranischen Führung vor, internationales Recht zu verletzen und Zusagen gebrochen zu haben. Die Vorgänge hätten „dauerhaften Schaden“ für die Glaubwürdigkeit des Landes verursacht. Zugleich lobte er die Vermittlungsrolle Pakistans. Die Gespräche seien unter der „sehr kompetenten Führung“ von Armeechef Asim Munir und Ministerpräsident Shehbaz Sharif geführt worden.

Unklar bleibt, wie die angekündigte Seeblockade konkret umgesetzt werden soll und ob sie sich tatsächlich gegen sämtliche Schiffe richtet. Offizielle Angaben des US-Verteidigungsministeriums lagen zunächst nicht vor.

Lage weiter angespannt

Eine unmittelbare Reaktion von der iranischen Führung auf die Blockade-Ankündigung gab es zunächst nicht. Zuvor hatten iranische Vertreter den USA vorgeworfen, Bedingungen diktieren zu wollen und kein Vertrauen geschaffen zu haben. Die Straße von Hormus ist eine zentrale Route für den globalen Ölhandel.

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