Straße von Hormus

Iran macht neues Verhandlungsangebot: Ölpreise bleiben hoch

Ein Bericht über ein neues iranisches Angebot zur Wiederöffnung der Straße von Hormus konnte den Ölpreisauftrieb nur dämpfen. Auch deutsche Autofahrer dürften die Entwicklung zu spüren bekommen.

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Ein Boot fährt an einem Tanker vorbei, der in der Straße von Hormuz vor der Küste der Insel Qeschm (Iran) vor Anker liegt.

Ein Boot fährt an einem Tanker vorbei, der in der Straße von Hormuz vor der Küste der Insel Qeschm (Iran) vor Anker liegt.

© Asghar Besharati/AP

Die Ölpreise sind am Montag trotz Berichten über ein iranisches Verhandlungsangebot an die USA gestiegen. Das Nachrichtenportal Axios meldete zuvor, Teheran habe über pakistanische Vermittler einen Vorschlag zur Beendigung des seit Ende Februar andauernden Krieges unterbreitet.

Vorgesehen seien darin eine Verlängerung der Waffenruhe sowie eine Wiederöffnung der für den globalen Energiehandel zentralen Straße von Hormus. Atomgespräche sollen demnach erst zu einem späteren Zeitpunkt geführt werden, nachdem die USA ihre Blockade der Meerenge aufgehoben hätten. Axios beruft sich dabei auf drei interne Quellen.

Der Preis für die Nordseesorte Brent legte nach Angaben von Bloomberg zeitweise um bis zu 2,5 Prozent zu, gab einen Teil der Gewinne dann aber wieder ab und notierte rund ein Prozent höher bei 106,45 US-Dollar je Barrel.

Hauptgrund für den vorherigen Preisauftrieb war die Absage einer Reise zweier Unterhändler der USA nach Pakistan durch Präsident Donald Trump am Wochenende, die die Friedensgespräche ins Stocken brachte. Laut New York Times verteuerte sich Brent am Sonntag für die Lieferung im Juni auf rund 107 Dollar je Barrel, da Käufer für rasch verfügbares Öl Aufschläge zahlen. Die amerikanische Sorte West Texas Intermediate stieg um etwa zwei Prozent auf rund 96 Dollar.

Asiatische Aktienmärkte im Auftrieb

An den Aktienmärkten überwog der Optimismus. Der asiatisch-pazifische Leitindex MSCI Asia Pacific legte um 1,5 Prozent zu, der Index für Schwellenländer markierte ein Rekordhoch. Asiatische Chip-Werte verzeichneten überdurchschnittliche Gewinne, der taiwanesische Halbleiterkonzern TSMC stieg um sechs Prozent auf einen Höchststand.

Futures auf den amerikanischen Technologieindex Nasdaq 100 legten am Montag laut New York Times um 0,3 Prozent zu. Tags zuvor hatten die Futures auf den S&P 500 noch ein Minus von 0,3 Prozent angedeutet.

Yugo Tsuboi, Chefstratege bei Daiwa Securities, sagte gegenüber Bloomberg, die Nachricht entspreche den Erwartungen der Märkte, dass sich Iran und die USA letztlich einigen würden. Sean Keane von JB Drax Honore verwies darauf, dass die positiven Reaktionen auf jede neue Verhandlungsmeldung nachließen: „Die positiven Reaktionen auf jede neue Ankündigung nehmen ab, da die Händler ermüden“, so Keane. Aktienmärkte neigten aber ohnehin zu raschen Kursanstiegen.

Trump kommt mit Sicherheitsteam zusammen

Die Straße von Hormus zwischen Iran und Oman gehört zu einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Öl und Erdgas. Normalerweise wird über die Meerenge bis zu ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung abgewickelt. Sie ist seit Kriegsbeginn Ende Februar weitgehend gesperrt.

Pakistanische Vermittler hätten den neuen Vorschlag dem Weißen Haus übergeben, ob Washington darauf eingehe, sei jedoch offen, berichtete Axios. Trump werde am Montag mit seinem Sicherheitsteam beraten.

Auswirkungen auf Preise an Tankstellen – auch in Deutschland

Auch die Verbraucherpreise an Tankstellen in den USA sind zuletzt deutlich gestiegen. Laut dem Automobilklub AAA kletterte der landesweite Durchschnittspreis für Benzin am Sonntag auf rund 4,10 Dollar je Gallone – etwa 37 Prozent mehr als zu Kriegsbeginn Ende Februar. Diesel verteuerte sich um rund 45 Prozent auf 5,46 Dollar.

Für Autofahrer in Deutschland dürften die neuen Entwicklungen in dem Konflikt ebenfalls spürbar werden. Da sich die Kraftstoffpreise an der Tankstelle mit einigen Tagen Verzögerung an den Rohölnotierungen orientieren, könnten anhaltend hohe Brent-Preise von mehr als 100 Dollar je Barrel die Preise für Benzin und Diesel hierzulande weiter unter Aufwärtsdruck setzen.

Eine tatsächliche Öffnung der Straße von Hormus im Zuge eines Verhandlungserfolgs könnte hingegen mittelfristig für Entspannung an den Zapfsäulen sorgen.

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