Der Iran macht ein Ende der israelischen Angriffe zur Vorbedingung für mögliche Verhandlungen mit den USA. „Die Amerikaner haben wiederholt Botschaften geschickt, in denen sie ernsthaft zu Verhandlungen aufriefen“, sagte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi am Freitag im Staatsfernsehen. „Es gibt keinen Raum für Verhandlungen mit uns, solange die israelische Aggression nicht aufhört.“
Araghtschi wird am Freitag zu Gesprächen mit Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) und seinen Kollegen aus Großbritannien und Frankreich in Genf erwartet. Bei dem Treffen soll es nach Angaben aus europäischen Verhandlungskreisen um eine Verhandlungslösung für das iranische Atomprogramm gehen. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas wird ebenfalls daran teilnehmen.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte zuvor in einem Statement auf der Plattform X erklärt, dass er „die intensiven Bemühungen“ von Bundesaußenminister Wadephul und seinen Kollegen aus Frankreich und Großbritannien gegenüber Iran unterstütze. „Diese Bemühungen sind mit den USA abgestimmt“, so Merz.
Donald Trump sieht Chance auf Verhandlungen mit dem Iran
US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag angekündigt, innerhalb der nächsten zwei Wochen über ein mögliches militärisches Eingreifen der USA in den Krieg zwischen Israel und dem Iran zu entscheiden. Die Entscheidung hänge davon ab, ob es Fortschritte bei den Verhandlungen über Teherans Atomprogramm gebe, erklärte er. Es gebe „eine beträchtliche Chance auf Verhandlungen mit dem Iran, die in naher Zukunft stattfinden könnten oder auch nicht“.
Israel hatte seinen am 13. Juni gestarteten Großangriff auf den Iran mit dem Ziel begründet, Teheran vom Bau einer Atombombe abzuhalten. Die israelische Armee bombardiert seitdem Militär- und Atomanlagen im Iran. Als Reaktion greift der Iran seinerseits Ziele in Israel mit Raketen an. Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben, was Teheran bestreitet. Seit dem Austritt der USA aus dem 2015 getroffenen internationalen Atomabkommen im Jahr 2018 hat der Iran seine Anreicherung von Uran hochgefahren.
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