Iran-Krieg

Teheran warnt vor Angriffen während Chamenei-Beisetzung und droht mit „harter Antwort“

Zu den Trauerfeiern für Irans getöteten Obersten Führer werden Millionen Menschen erwartet. Vermittler berichten von Fortschritten bei den indirekten Gesprächen in Katar.

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In Teheran laufen die Vorbereitungen zu den Trauerfeiern für Ali Chamenei.

In Teheran laufen die Vorbereitungen zu den Trauerfeiern für Ali Chamenei.

© Fatemeh Bahrami/imago

Die iranische Militärführung hat die USA und Israel vor Angriffen während der bevorstehenden Trauerzüge für den getöteten Obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei gewarnt.

In einer am Donnerstag vom Staatssender Press TV verbreiteten Botschaft erklärte Generalmajor Ali Abdollahi, Chef des Kommandozentrums der iranischen Streitkräfte Chatam al-Anbija, die Streitkräfte seien zu einer harten Antwort auf jede Bedrohung bereit. Feinde des Landes, insbesondere die Vereinigten Staaten und Israel, sollten jede Fehleinschätzung vermeiden.

Chamenei war am 28. Februar bei einem Luftangriff auf seinen Wohnsitz in Teheran getötet worden – am ersten Tag des von den USA und Israel begonnenen Krieges gegen den Iran. Zu seinem Nachfolger wählte der Expertenrat, das für die Wahl des Obersten Führers zuständige Geistlichengremium, im März dessen Sohn Modschtaba Chamenei.

Trauerzüge in zwei Ländern geplant

Nach Angaben des zuständigen Organisationskomitees beginnen die Zeremonien am Samstag in Teheran. Der Leichnam soll am 7. Juli in der Stadt Ghom in einem Trauerzug durch die Stadt gebracht und am 9. Juli in Maschhad in der Nähe des Schreins von Imam Reza beigesetzt werden. Zusätzliche Trauerfeiern sind demnach für den 8. Juli in den irakischen Städten Nadschaf und Kerbela vorgesehen. Neben Chamenei sollen auch bei dem Angriff getötete Familienangehörige bestattet werden, darunter seine Tochter Buschra und seine Schwiegertochter.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Verweis auf iranische Medien von verschärften Sicherheitsvorkehrungen während der Trauerperiode. Der Chef der iranischen Zivilluftfahrtbehörde kündigte demnach vorübergehende Sperrungen des Luftraums über mehreren Städten an, darunter Teheran und Maschhad.

Bereits am Mittwoch hatte Außenminister Abbas Aragtschi mit einer unmittelbaren und harten Antwort gedroht, nachdem der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erklärt hatte, der neue Oberste Führer Modschtaba Chamenei sei ein legitimes Ziel für eine gezielte Tötung.

Indirekte Gespräche in Doha

Parallel zu den Warnungen liefen zuletzt indirekte Verhandlungen zwischen Washington und Teheran. Wie Al Jazeera berichtete, gab es bei den von Katar vermittelten technischen Gesprächen in Doha zu Fragen der am 17. Juni unterzeichneten Absichtserklärung nach Angaben der Vermittler positive Fortschritte.

Zentrale Streitpunkte seien weiterhin eingefrorene iranische Vermögenswerte, der Zugang zur Straße von Hormus sowie das iranische Atomprogramm, sagte der Politikwissenschaftler Abdulla Banndar al-Etaibi von der Universität Katar dem Sender.

Pakistans Außenminister Ishaq Dar und sein saudischer Amtskollege Prinz Faisal bin Farhan zeigten sich nach einem Telefonat laut pakistanischem Außenministerium zufrieden mit dem Verlauf der Doha-Runde. Beide äußerten die Erwartung, dass die Gespräche in naher Zukunft fortgesetzt würden.

Die iranische Militärführung rief die Bevölkerung dazu auf, sich in großer Zahl an den Trauerfeiern zu beteiligen.

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