Iran-Krieg

Teheran kontert Washington: Iran beansprucht weiter Kontrolle über Straße von Hormus

Teheran widerspricht im Streit um die Meerenge den Behauptungen von US-Präsident Trump. Die Blockade der Meerenge belastet Ölmarkt und Reedereien weiter spürbar.

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Irans Außenminister Abbas Araghtschi warnt die USA mit Blick auf die Straße von Hormus vor einer weiteren Fehlkalkulation.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi warnt die USA mit Blick auf die Straße von Hormus vor einer weiteren Fehlkalkulation.

© Sha Dati/imago

Der Iran hat am Donnerstag den Anspruch der USA auf die Kontrolle der Straße von Hormus offen zurückgewiesen. „Die Straße von Hormus steht unter der Verwaltung und Kontrolle der Islamischen Republik“, sagte der Chef der paramilitärischen Bassidsch-Milizen, Hossein Taeb, laut iranischem Staatsfernsehen.

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch erklärt, die USA hätten die „vollständige Kontrolle“ über die für den Welthandel wichtige Meerenge und würden diese behalten.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi warf Washington auf der Plattform X „nachrichtendienstliches Versagen“ vor. Dabei bezog er sich auf den von den USA und Israel am 28. Februar begonnenen Krieg gegen den Iran. Nun unterlaufe Washington „eine noch größere Fehlkalkulation in Bezug auf die Straße von Hormus“.

Das iranische Militärkommando Khatam al-Anbiya erklärte laut Reuters, kein Schiff könne die Meerenge ohne Erlaubnis Teherans passieren. US-Angaben zu einer normalen Durchfahrt seien „Lügen und Unwahrheiten“.

Iran knüpft Öffnung an Bedingungen

Der ranghohe Militärvertreter Rasoul Sanaei-Rad sagte laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars, der Iran werde die Meerenge erst wieder freigeben, wenn die Gegenseite ihre Zusagen aus dem im Juni vereinbarten Interimsabkommen erfülle. Die Wiederöffnung sei nicht einseitig durch die USA zu erreichen.

Der Abgeordnete Behnam Saeedi erklärte im Staatsfernsehen, für israelische und US-Schiffe bleibe die Meerenge „unter keinen Umständen“ passierbar, „weder im Krieg noch in Friedenszeiten“.

Nach Kriegsbeginn Ende Februar hatte Teheran die Meerenge, durch die zuvor rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und Flüssiggases transportiert wurde, faktisch geschlossen. Die USA verhängten daraufhin eine Seeblockade gegen iranische Schifffahrt und Häfen.

Ein im Juni vereinbarter Waffenstillstand mit Rückkehr zu freier Schifffahrt zerbrach nach wenigen Wochen. Teheran plant zudem, eine Maut für die Durchfahrt zu erheben.

Ölmarkt und Reedereien betroffen

An den Rohstoffmärkten fielen die Ölpreise am Donnerstag deutlich. Brent verlor rund 2,5 Prozent auf 86,78 US-Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI gab um 2,8 Prozent auf 80,93 US-Dollar nach. Die Internationale Energieagentur senkte ihre Prognose für den weltweiten Ölverbrauch 2026 auf einen Rückgang von 1,6 Millionen Barrel pro Tag. Die Opec rechnet nur noch mit einem Nachfragewachstum von 580.000 Barrel täglich.

Nach Daten des Analysehauses Kpler sank die Zahl der Durchfahrten durch die Straße von Hormus ohne Containerschiffe am Mittwoch auf fünf – den niedrigsten Wert seit drei Wochen.

Die Reederei Hapag-Lloyd bezifferte ihre Zusatzkosten aus dem Nahost-Konflikt im zweiten Quartal auf rund 600 Millionen US-Dollar. Die Blockade der Straße von Hormus habe zu höheren Ausgaben für Treibstoff, Versicherung, Lagerung, Umleitungen und Landtransporte geführt, teilte das Unternehmen mit. Der Konzerngewinn sank auf 83 Millionen US-Dollar.

Vorstandschef Rolf Habben Jansen erklärte, das zweite Quartal sei besser verlaufen als der Jahresauftakt, die Aussichten blieben aber von den Entwicklungen im Nahen Osten und schwankenden Frachtraten geprägt.

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