Irans Oberster Führer Ayatollah Ali Chamenei hat am Mittwoch auf eine Aussage von Donald Trump reagiert, in der er die „bedingungslose Kapitulation“ des Irans im Krieg mit Israel verlangte. In einer Fernsehansprache sagte Chamenei laut der iranischen staatlichen Nachrichtenagentur Irna: „Intelligente Menschen, die den Iran, die iranische Nation und ihre Geschichte kennen, werden dieser Nation gegenüber niemals in drohender Sprache sprechen, denn die iranische Nation wird sich nicht ergeben“. Weiter sagte er, die Amerikaner sollten wissen, dass jede „militärische Intervention der USA zweifellos mit irreparablen Schäden einhergehen wird“. Damit reagierte er erstmals seit den Start der Angriffe am Freitag direkt auf den US-Präsidenten.
Auch ein Sprecher des iranischen Außenministeriums hat gegenüber der englischsprachigen Ausgabe von Al-Jazeera vor einem Eingreifen der USA in den Konflikt mit Israel gewarnt. In einem Interview soll Esmail Baghaei demnach gesagt haben: „Jede amerikanische Intervention wäre ein Rezept für einen vollständigen Krieg in der Region“. Details nannte er nicht.
Tausende amerikanischer Truppen sind in nahe gelegenen Ländern in Reichweite der iranischen Waffen stationiert. Zuletzt wurde zudem bekannt, dass die USA zusätzliche Flugzeugträger, Militärflugzeuge und Kriegsschiffe in die Region verlegen wolle. Die USA haben ihrerseits mit einer massiven Reaktion auf jeden iranischen Angriff gedroht und vorsorglich Mitarbeiter und ihre Familien aus dem Nahen Osten abgezogen.
Trump fordert „bedingungslose Kapitulation“ vom Iran
In einer Reihe von Beiträgen in den sozialen Medien hatte US-Präsident Donald Trump zuletzt Spekulationen angeheizt, wonach die Vereinigten Staaten sich an dem Krieg aktiv beteiligen könnten. So schrieb Trump etwa, die USA hätten „die vollständige und totale Kontrolle über den Himmel über dem Iran“, warnte den iranischen Obersten Führer Ali Chameini, dass er ein „leichtes Ziel“ sei, und forderte eine „bedingungslose Kapitulation“, ohne zu definieren, was dies bedeuten würde.
Das Weiße Haus wies am Dienstag jedoch Medienberichte zurück, laut denen sich die USA entschieden hätten, in den Konflikt einzugreifen. „Das ist nicht wahr. Die amerikanischen Streitkräfte halten an ihrer defensiven Haltung fest, und das hat sich nicht geändert. Wir werden die amerikanischen Interessen verteidigen“, sagte Sprecher Alex Pfeiffer in einer Mitteilung auf X.
Zum Abschluss des Tages und nach einem 80-minütigen Treffen mit hochrangigen Beratern im Situation Room sprach er am Dienstag mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu, sagte ein Beamter des Weißen Hauses gegenüber der Washington Post.
Israel hatte am vergangenen Freitag einen Großangriff auf den Iran gestartet, unter anderem Atomanlagen und militärische Einrichtungen des Landes bombardiert und zahlreiche ranghohe Militärs getötet. Erklärtes Ziel Israels bei seinem militärischen Vorgehen ist die Zerstörung des iranischen Atomprogramms. Der Iran reagierte mit Vergeltungsangriffen und attackiert Israel seitdem mit Raketen und Drohnen. Auch in der Nacht zu Mittwoch wurden von beiden Seiten neue Angriffe gemeldet.
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