Kolumne

Irgendwo im Nirgendwo: Die vergessenen Schäden der Wendezeit

Eine Zugfahrt, die wegen eines Personenschadens plötzlich unterbrochen wird, weckt bei unserer Autorin Erinnerungen an die Jugend in den Neunzigern.

Mandy Tröger (Dublette)!
3 Min
Mandy Tröger

Mandy Tröger

© Privat

Die Bundespolizei hatte trotzdem ernste Mienen, der Lokführer ein bleiches Gesicht. Im Schnitt überfahren Lokführer:innen in ihrem Berufsleben drei Menschen – das ist schwer vorstellbar, dafür gibt es keine Ausbildung. Nur die Passagiere, die bekamen von allem wenig mit. Sie warteten Stunden, dann die Evakuierung. Manche lachten da schon wieder fröhlich laut ins Telefon, andere guckten bedrückt ins Leere. Ich gehörte zu den Bedrückten. Weder fahre ich die Strecke seit Jahren noch habe ich mich an Personenschäden gewöhnt.

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