Die reife Frau droht permanent zu eruptieren. Junge Frauen sind arg- und anspruchslos, überschreiten sie einmal die Vierzig, werden sie schnurstraks zu "Vollblutweibern". Zum Beleg dieses Gemeinplatzes bieten sich Hannelore Elsner und Iris Berben an. Man begegnet im Fernsehen den hauptberuflich Wollüstigen vom Typ Elsner/Berben, oder aber Witta Pohl und Mutter Beimer. Dazwischen gibt es wenig. Das Modell "Frau über Vierzig" hat leichte Schlagseite. Das ZDF-Drama "Andrea und Marie" hat schwere Schlagseite. Hannelore Elsner und Iris Berben treten erstmals gemeinsam auf.Der Zuschauer ist auf den "Erotik-Gipfel der Powerfrauen" (Bunte) gründlich vorbereitet. Die Darstellerinnen haben sich in Interviews ihre Gedanken zum Thema gemacht. Hannelore Elsner über Iris Berben: "Ja, ich finde Iris erotisch, sinnlich und schön." Iris Berben über die Kollegin: "Hannelore ist ein Weib, das im vollen Saft steht." In dem Film von Regisseur Martin Enlen geht es um die wenig bestürzende Tatsache, daß die Frau über 40 erotische Bedürfnisse hat. Natürlich hat sie noch andere Bedürfnisse. Leider kommen sie nicht ganz zur Geltung. Der Film will "Saft" zeigen.Vor allem Hannelore Elsner setzt diese Vorgabe mit furchtbarer Konsequenz um. Ein Vulkan auf zwei Beinen, droht sie zwei Stunden lang Lava zu spucken. Sie spielt keine Rollen, sie spielt auch vermutlich nicht sich selbst, sondern immer ihr eigenes Image: Die Vollblut-Saftfrau. In dem Film ist sie gut aufgehoben, denn hier geht es nicht um Frauen, sondern um Libido-Krisen-Management.In zwei Drittel des Films räkeln und verrenken sich die beiden am Strand und vor dem Kamin. In einer Höhepunkt-Szene des Films soll bewiesen werden, daß Frauen zugleich Rivalinnen und Freundinnen sein können. Andrea knipst Fotos von Marie. Ekstatisch fummelt Elsner mit der Kleinbildkamera herum, während sich Iris Berben darauf konzentriert, weiße Laken von ihrem Körper zu wickeln.Berben und Elsner bringen hier alle um den Verstand. Frauen. Männer. Regisseure. Und die Zuschauer."Andrea und Marie", 20.15 Uhr, ZDF
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