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CSD-Anschlag

IS-Bekennervideo auf dem Handy des CSD-Attentäters bestätigt – auch zwei Cousins kämpften für den IS

In einem Video, das auf dem Handy des CSD-Attentäters gefunden wurde, bekennt sich dieser zum „Islamischen Staat“. Was wir bisher wissen – und was nicht.

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Öffentlichkeitsfahndung in Berlin vor dem Zugriff in einer Gartenanlage in Spandau, bei der Ballout erschossen wurde.

Öffentlichkeitsfahndung in Berlin vor dem Zugriff in einer Gartenanlage in Spandau, bei der Ballout erschossen wurde.

© Vasily Krestyaninov / Imago

Ein mutmaßliches IS-Bekennervideo auf dem Handy des CSD-Attentäters von Berlin sorgt für Aufsehen – und für offene Fragen. Wie die Generalbundesanwaltschaft dieser Redaktion bestätigte, wurde auf dem sichergestellten Mobiltelefon eine Aufnahme gefunden, in der sich der Tatverdächtige zur Terrororganisation Islamischer Staat bekennt. Solche Videos gelten als typische Märtyrer-Aufnahmen vor einem Terrorakt.

Was am 25. Juli in Berlin geschah

Der Anschlag ereignete sich am 25. Juli 2026 gegen 22 Uhr im Großen Tiergarten am Rande des Berliner Christopher Street Day. Ein weißes Fahrzeug fuhr durch den Ahornsteig und erfasste mehrere Menschen.

Nach übereinstimmenden Angaben wurde eine Frau getötet, 29 weitere Menschen wurden verletzt, teils schwer. Zusätzlich prüften die Ermittler, ob Menschen anschließend mit einer Stichwaffe angegriffen wurden. Auch die Frage, ob sich eine zweite Person im Fahrzeug befand, war zunächst offen.

Der Tatverdächtige war den Behörden längst bekannt

Der 21-jährige Hauptverdächtige war kein Unbekannter. Er galt den Sicherheitsbehörden als Islamist und war bereits vorbestraft.

Am 12. Mai 2026 hatte ihn das Amtsgericht Tiergarten unter anderem wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und Verbreitung von IS-Propaganda zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Das Gericht ordnete eine sogenannte Vorbewährung an und verschob damit die Entscheidung über die Vollstreckung.

Noch brisanter: Ein Analyseinstrument des BKA hatte den Mann nach Recherchen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung bereits Wochen vor der Tat als „Hochrisikoperson“ bewertet. Sein Wohnhaus wurde durch das LKA per Kamera überwacht – noch am Tattag.

In dem gemieteten Transporter des Attentäters fanden Ermittler laut Medienbericht eine Machetenscheide. Die Waffe selbst blieb zunächst verschwunden.

In dem gemieteten Transporter des Attentäters fanden Ermittler laut Medienbericht eine Machetenscheide. Die Waffe selbst blieb zunächst verschwunden.

© IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Das ist zu dem Handyvideo bekannt

Auf dem sichergestellten Mobiltelefon befindet sich ein Video, in dem sich der Tatverdächtige zum IS bekennt – gewertet als mutmaßliches Märtyrer- oder Bekennervideo. Das Handy war im Tatfahrzeug gefunden worden. Einem Medienbericht zufolge wurde das Video am Tattag aufgenommen. Dies bestätigte die Behörde gegenüber der Berliner Zeitung hingegen nicht. Die Behörde wertet das Video als authentisch, auch wenn die darin zu sehende Person vermummt ist.

Das islamistische Motiv des 21-Jährigens stützt sich jedoch nicht allein auf das angebliche Video. Die Vorgeschichte des Täters belegt die ideologische Nähe unabhängig davon. Eine offizielle Übernahme der Tat durch die Terrororganisation ist bislang nicht bekannt.

Cousins des Attentäters kämpften für IS

Wie die Zeit berichtet, waren zwei Cousins von Abdul Ballout IS-Kämpfer. Dies berichtet Die Zeit unter Berufung auf Unterlagen libanesischer Ermittler, die diese mit den deutschen Behörden geteilt hätten.

Bereits im Juli 2025 war Abdul Ballout nach Angaben der Zeitung im Libanon wegen Terrorverdachts festgenommen worden. In einem Untersuchungsbericht, den die libanesischen Ermittler später dem Bundesnachrichtendienst (BND) übermittelt hätten, heiße es, Abdul B. habe per Messenger Kontakt zu mutmaßlichen IS-Kadern gehabt und diese um Unterstützung bei einer Reise nach Syrien gebeten.

Dabei habe er sich auf zwei Cousins berufen: den „in den Reihen des IS gestorbenen Libanesen Abu Bilal“ sowie einen derzeit im Irak inhaftierten Mann namens Muhammad. Nach Erkenntnissen der libanesischen Ermittler handelt es sich laut Zeit nicht um eine Schutzbehauptung. Die beiden Cousins seien als Söhne einer Tante väterlicherseits von Abdul Ballout identifiziert worden.

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