Islamist Samir M.: Berliner Gotteskrieger in Syrien getötet

Der sogenannte Gotteskrieger Samir M. sorgte vor drei Jahren bundesweit für Schlagzeilen. Jetzt ist er offenbar tot. Nach einem Bericht der Berliner Morgenpost soll der 24 Jahre alte Mann bereits Ende März in der Nähe der syrischen Stadt Kasab gefallen sein. Die genauen Todesumstände sind noch unklar. Fest steht, dass es im März bei Kasab, nur wenige Kilometer von der türkischen Grenze entfernt, zu einer Offensive islamistischer Gruppen kam, bei der viele Menschen starben. Die Polizei äußerte sich am Sonntag ...

BLZ
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Der sogenannte Gotteskrieger Samir M. sorgte vor drei Jahren bundesweit für Schlagzeilen. Jetzt ist er offenbar tot. Nach einem Bericht der Berliner Morgenpost soll der 24 Jahre alte Mann bereits Ende März in der Nähe der syrischen Stadt Kasab gefallen sein. Die genauen Todesumstände sind noch unklar. Fest steht, dass es im März bei Kasab, nur wenige Kilometer von der türkischen Grenze entfernt, zu einer Offensive islamistischer Gruppen kam, bei der viele Menschen starben. Die Polizei äußerte sich am Sonntag nicht.

Samir M. ist kein Unbekannter. Zusammen mit seinem vier Jahre älteren Freund, dem Dschihadisten Hani N. hatte er im Sommer 2011 in Internetversandhäusern in Berlin und Baden-Württemberg Salzsäure, Azeton und eine ungewöhnlich große Anzahl von Kühlkompressen bestellt, deren Gel Ammoniumnitrat enthält. Die Polizei erfuhr von der Bestellung, zum einen weil Mitarbeiter einer Firma wegen der hohen Menge stutzig wurden und zum anderen weil der US-amerikanische Nachrichtendienst NSA die Bestellungsmail abfing und den deutschen Behörden einen Tipp gab.

Mit den Chemikalien hätten die Männer einen Sprengsatz mit erheblicher Wirkung bauen können, sagten Ermittler damals. Konkrete Anschlagspläne sollen sie jedoch nicht gehabt haben. Im September 2011 stürmten Polizisten die Wohnungen der beiden Männer in der Urbanstraße in Kreuzberg sowie in der Heinrich-Schlusnus-Straße in Neukölln. Der libanesisch stämmige Medizinstudent Samir M. und sein Komplize kamen wegen Terrorverdachts in Untersuchungshaft in Moabit. Sieben Wochen später mussten sie entlassen werden. Das Kammergericht hatte den Haftbefehl wegen mangelnder Indizien aufgehoben. In dieser Zeit war Samir M. in der Berliner Salafisten-Szene aktiv. Erstmals war er 2009 Sicherheitsbehörden aufgefallen, als er am Flughafen Tegel, zusammen mit zwei weiteren Islamisten in die Türkei reisen wollte, um sich als Terroristen ausbilden zu lassen. Die Ausreise wurde verhindert.

Ausreise gelang

Ein Jahr später gelang es Samir M., in die Türkei auszureisen. Einen Monat später kehrte er jedoch wieder nach Hause zurück. Ob er die pakistanisch-afghanische Grenze erreichte, um sich als Gotteskrieger ausbilden zu lassen, ist bis heute unklar.

Die Polizei geht davon aus, dass Samir M. aktives Mitglied der militanten Salafisten-Gruppe Millatu Ibrahim war. Die Gruppe war in Kreuzberg gegründet worden und agierte später von Solingen aus. Die Gruppe wurde inzwischen in Deutschland verboten. Ex-Mitglieder sind der Gruppe Deutsche Brigade Millatu Ibrahim in Syrien beigetreten. Angeführt wurden die Dschihadisten von Denis Cuspert, auch bekannt als der Kreuzberger Rapper Deso Dogg. Dem Fernsehsender Al Arabiya zufolge soll er ebenfalls bei einem Anschlag im Frühjahr in Syrien ums Leben gekommen sein.

Behörden gehen davon aus, dass bislang bei Kämpfen in Syrien mehr als 20 Gotteskrieger aus Deutschland getötet worden sind. Samir M. gehört zu den ersten aus Berlin.

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