Europäische Union

Island: Unterstützung für EU-Beitritt wächst – Referendum kommt

Die neue Regierung in Island will die EU-Beitrittsgespräche wieder aufnehmen. Zunächst sollen die Menschen in Island darüber abstimmen.

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Blick über Reykjavik, Island

Blick über Reykjavik, Island

© Wirestock/imago

In Island wächst derzeit die Unterstützung für eine mögliche Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Das geht aus einer aktuellen Umfrage unter 2500 Isländerinnen und Isländern hervor. Die Regierung des Inselstaates hatte zuvor eine Abstimmung über die Wiederaufnahme von Beitrittsgesprächen mit der EU in Aussicht gestellt.

Die Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Prosent ergab nun, dass 45 Prozent der Isländer für den EU-Beitritt sind, 35 Prozent dagegen und der Rest unentschlossen. In den meisten Umfragen der letzten Jahre lag die Unterstützung für den EU-Beitritt bei etwa oder knapp über 40 Prozent. 58 Prozent sprachen sich für eine Volksabstimmung diesbezüglich aus.

Viele Isländer unzufrieden mit ihrer Währung

Island bewarb sich bereits im Jahr 2009 unter der Führung der Sozialdemokraten um den Beitritt zur EU, aber die Gespräche darüber wurden im Jahr 2015 nach einem Regierungswechsel auf Eis gelegt. Im November gewannen die Sozialdemokraten die vorgezogene Neuwahl. Jetzt, da sie wieder an der Macht sind und mit zwei Juniorpartnern in einem Mitte-Links-Bündnis regieren, hat die Regierung ein Referendum über die Wiederaufnahme der Gespräche bis spätestens 2027 versprochen.

Die Unterstützung für die EU-Mitgliedschaft ist eng mit dem Wunsch nach einer neuen Währung verbunden. 86 Prozent der Befürworter eines EU-Beitritts befürworten der Umfrage zufolge auch die Einführung einer neuen Währung. Das Kabinett von Ministerpräsidentin Kristrún Frostadóttir erklärte, dass es eine Analyse über die Vor- und Nachteile der isländischen Krone ausarbeiten wolle. Die Umfrage ergab, dass 53 Prozent der Isländer ihre Währung abschaffen wollen, da sie oft mit der hohen Inflation und den hohen Zinsen auf der Insel in Verbindung gebracht wird. 

Nach Angaben des staatlichen isländischen Rundfunksenders RUV ist Frostadóttir mit 36 Jahren die jüngste isländische Ministerpräsidentin aller Zeiten.

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