Geschichte

Israel begeht 75. Gründungstag - Krise überschattet Feier

Israel begeht das Jubiläum seiner Staatsgründung. Doch die Feiern werden überschattet vom heftigen Streit um die Justizreform, der seit Wochen andauert. Blei...

dpa
2 Min
Israelis, die gegen die Pläne der Regierung von Ministerpräsident Netanjahu protestieren, das Justizsystem zu reformieren, bei einer alternativen Feier zum Unabhängigkeitstag in Tel Aviv.

Israelis, die gegen die Pläne der Regierung von Ministerpräsident Netanjahu protestieren, das Justizsystem zu reformieren, bei einer alternativen Feier zum Unabhängigkeitstag in Tel Aviv.

© Ohad Zwigenberg/AP

Die Jubiläumsfeiern werden überschattet vom Streit um die Justizreform. In Tel Aviv begann am Abend eine große Kundgebung gegen die Reform.

Die Jubiläumsfeiern werden überschattet vom Streit um die Justizreform. In Tel Aviv begann am Abend eine große Kundgebung gegen die Reform.

© Ohad Zwigenberg/AP/dpa

Israelische Soldatinnen und Soldaten und Familienangehörige gedenken in Jerusalem der Gefallenen und Terroropfer.

Israelische Soldatinnen und Soldaten und Familienangehörige gedenken in Jerusalem der Gefallenen und Terroropfer.

© Ohad Zwigenberg/AP/dpa

Israelis stehen still und halten zwei Schweigeminuten ein, während die Sirenen zum jährlichen israelischen Gedenktag für gefallene Soldaten ertönen.

Israelis stehen still und halten zwei Schweigeminuten ein, während die Sirenen zum jährlichen israelischen Gedenktag für gefallene Soldaten ertönen.

© Mahmoud Illean/AP

Mehrere Städte, darunter auch Tel Aviv, wollen dabei nach Medienberichten stilles Feuerwerk einsetzen. Mit dieser geräuschreduzierten Variante soll unter anderem auf Soldaten mit Posttraumatischer Belastungsstörung Rücksicht genommen werden. Das Knallen der Feuerwerkskörper könnte Betroffene sonst mental wieder in Kampfsituationen zurückversetzen.

Wieder große Kundgebung gegen die Justizreform

Die Jubiläumsfeiern werden überschattet vom Streit um die Justizreform, die Gegner als Gefahr für die Demokratie ablehnen. In Tel Aviv begann am Abend eine große Kundgebung gegen die Reform. Israels Staatspräsident Izchak Herzog hatte den Streit in einem Interview als „schlimmste interne Krise seit der Gründung des Staates“ vor 75 Jahren eingestuft. Gleichzeitig äußerte er im Gespräch mit der israelischen Nachrichtenseite ynet die Hoffnung, das Land könne gestärkt aus dem Drama hervorgehen.

Am Dienstag gedachte Israel seiner gefallenen Soldaten und Terroropfer. Bei Gedenkzeremonien kam es zu Protesten gegen Regierungsvertreter sowie Streit zwischen Gegnern und Befürwortern der Reform.

Am Mittwoch ist eine Luftparade über weiten Teilen des Landes geplant. Erstmals nimmt daran auch die deutsche Luftwaffe teil. Ein Eurofighter des Typs Eagle Star 2.0 wird dabei von Luftwaffen-Inspekteur Ingo Gerhartz persönlich geflogen. Die Flügel des Kampfjets sind mit der deutschen und der israelischen Flagge dekoriert.

Der Staat Israel wurde am 14. Mai 1948 ausgerufen. Staatsgründer David Ben Gurion verlas damals in Tel Aviv die Unabhängigkeitserklärung. Israel feiert sein Jubiläum nach dem hebräischen Kalender und somit in diesem Jahr früher.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema