Israel hat beschlossen, „vorübergehend“ Hilfslieferungen in den Gazastreifen zuzulassen. Diese sollen über den Grenzübergang Erez und den Hafen von Aschdod erfolgen. Laut einer Erklärung des Büros von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat das Kriegskabinett die Regierung befugt, sofortige Maßnahmen zur Aufstockung der humanitären Hilfe zu ergreifen, um „eine humanitäre Krise zu vermeiden“ und „die Fortsetzung der Kämpfe zu gewährleisten“.
Neben Lieferungen über den 40 Kilometer nördlich des Gazastreifens gelegenen Hafen Aschdod und den Grenzübergang Erez würden die Behörden auch die Aufstockung von jordanischen Hilfslieferungen über den Grenzübergang Kerem Schalom im Süden ermöglichen, hieß es weiter.
Die Ankündigung folgte auf ein Telefongespräch zwischen Netanjahu und US-Präsident Joe Biden am Donnerstag, in dem Biden „konkrete“ und „unverzügliche“ Schritte zum Schutz von Zivilisten und humanitären Helfern im Krieg zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas gefordert hatte.
Joe Biden warnt Israel und fordert „konkrete“ Schritte zum Schutz von Zivilisten
Baerbock begrüßt angekündigte Öffnung von israelischem Grenzübergang
Bundesaußenministerin Analena Baerbock (Grüne) begrüßte die angekündigte Öffnung des Grenzübergangs Erez. Die Menschen in dem Palästinensergebiet bräuchten jetzt „jedes Hilfspaket“, erklärte die Ministerin am Freitag im Onlinedienst X. Deshalb habe die Bundesregierung „intensiv“ auf die Öffnung des Grenzübergangs Erez und des Hafens Aschdod für Hilfslieferungen hingearbeitet. „Wir erwarten, dass die israelische Regierung ihre Ankündigungen rasch umsetzt. Keine Ausreden mehr“, schrieb Baerbock.
Weißes Haus: Öffnung für Hilfslieferungen muss „schnell und vollständig“ erfolgen
Nach der Ankündigung Israels forderten die USA eine rasche Öffnung der Routen. Die angekündigten Schritte müssten nun „schnell und vollständig umgesetzt werden“, sagte Adrienne Watson, Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, am Freitag.
Man sei bereit, in Abstimmung mit Israel, Jordanien und Ägypten, den Vereinten Nationen und humanitären Organisationen sicherzustellen, „dass diese wichtigen Schritte umgesetzt werden und dazu führen, dass in den kommenden Tagen und Wochen deutlich mehr humanitäre Hilfe die Not leidende Zivilbevölkerung im gesamten Gazastreifen erreicht“, sagte Watson weiter.
UN-Menschenrechtsrat fordert Stopp von Waffenlieferungen an Israel
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de