Nach der Tötung von sieben ihrer Kämpfer hat die vom Iran unterstützte libanesische Hisbollah-Miliz ihre Angriffe auf Israel massiv verstärkt. Am Donnerstag habe sie mehr als 20 Angriffe auf Stellungen des israelischen Militärs ausgeführt, teilte die Hisbollah mit. Demnach beschoss die schiitische Miliz eine Militärbasis nahe der nordisraelischen Stadt Safed mit mehr als 48 Katjuscha-Raketen und setzte eine Rakete vom Typ Burkan ein – einer Bauart mit potenziell enormer Sprengkraft.
Israel reagierte nach Angaben des israelischen Militärs auf den Beschuss mit Angriffen durch Kampfhubschrauber und Kampfjets auf die „terroristische Infrastruktur“ der Hisbollah und Raketenwerfer-Stellungen. Zudem bombardierte die israelische Armee laut der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur Ani Ortschaften im libanesischen Grenzgebiet zu Israel. Ani machte keine Angaben zu Getöteten oder Verwundeten.
Hisbollah: Sohn eines hochrangigen Mitglieds durch Israel getötet
Unter den Getöteten war demnach Abbas Raad, Sohn des Chefs des parlamentarischen Blocks der Hisbollah, Mohammed Raad. Dies bestätigten der Familie nahestehende Kreise der Nachrichtenagentur AFP. Nach Angaben aus Hisbollah-Kreisen wurden auch zwei Mitglieder der Hisbollah-Eliteeinheit Al-Radwan getötet. Insgesamt starben bei dem israelischen Angriff auf ein Haus im südlibanesischen Beit Jahun fünf Kämpfer, wie die Hisbollah am Donnerstagvormittag mitteilte.
Zudem seien zwei weitere Kämpfer „auf der Straße nach Jerusalem zum Märtyrer geworden“, erklärte die Hisbollah. Mit diesem Ausdruck umschreibt sie seit dem beispiellosen Großangriff der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober den Tod von Kämpfern durch israelischen Beschuss.
Israel und Libanon: Tote auf beiden Seiten
Seit die Gefechte an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon begonnen haben, wurden auf der libanesischen Seite nach Zählungen der Nachrichtenagentur AFP 109 Menschen getötet. Mindestens 77 der Toten waren Hisbollah-Kämpfer, doch sind auch mindestens 14 Zivilisten darunter. Drei von ihnen waren demnach Journalisten. Auf der israelischen Seite wurden nach Behördenangaben sechs Soldaten und drei Zivilisten getötet.
Seit dem Großangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober haben die Spannungen im israelisch-libanesischen Grenzgebiet deutlich zugenommen. Immer wieder kommt es zu gegenseitigen Angriffen zwischen israelischen Truppen und der Hisbollah.
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