Israel und die USA haben am Samstagmorgen nach israelischen Angaben gemeinsam Luftangriffe auf Ziele im Iran begonnen. Explosionen wurden in der Hauptstadt Teheran sowie in mehreren weiteren Städten gemeldet. Vieles über Umfang, Ziele und Folgen der Angriffe ist jedoch noch unklar.
Fest steht, dass Israel und die USA militärisch gegen den Iran vorgehen. Israels Verteidigungsminister Israel Katz sprach von einem „Präventivschlag“, der eine Bedrohung für Israel beseitigen solle. Auch die US-Streitkräfte beteiligen sich an den Angriffen. US-Präsident Donald Trump erklärte, es liefen „große Kampfeinsätze“, um unmittelbare Gefahren durch die iranische Führung auszuschalten. Ein Überblick über den aktuellen Stand.
Wo finden die Angriffe statt?
Nach Berichten von Journalisten und iranischen Medien waren in der Hauptstadt Teheran Explosionen zu hören, über der Stadt stiegen Rauchsäulen auf. Auch aus anderen Städten wurden Detonationen gemeldet, darunter Isfahan, Qom und Karadsch. Unklar ist bislang, welche konkreten militärischen oder politischen Einrichtungen getroffen wurden und wie groß die Schäden sind.
In Teheran riegelten Sicherheitskräfte zudem das Pasteur-Viertel im Zentrum der Hauptstadt ab, in dem sich Einrichtungen der politischen Führung befinden, darunter die Residenz des geistlichen Oberhaupts Ali Chamenei sowie der Präsidentenpalast. Nach Angaben eines AFP-Journalisten wurden mehrere Straßen gesperrt und Sicherheitskräfte in großer Zahl zusammengezogen. Augenzeugen berichteten von mehreren Explosionen in dem Gebiet, iranische Agenturen meldeten mehrere Raketeneinschläge. Rettungsdienste waren im Einsatz, über mögliche Opfer gab es zunächst keine Angaben. Staatliche Medien berichteten, Präsident Massud Peseschkian sei unverletzt.
Neuere Berichte deuten darauf hin, dass das Gelände von Chameneis Residenz schwer beschädigt oder möglicherweise zerstört worden sein könnte. Satellitenbilder, über die unter anderem die The New York Times berichtet, sollen eingestürzte Gebäude und eine große Rauchwolke auf dem Areal zeigen. Der Aufenthaltsort des obersten Führers ist demnach derzeit unklar. Eine unabhängige Bestätigung aus iranischen offiziellen Quellen liegt bislang nicht vor.
Welche Ziele verfolgen Israel und die USA?
Nach israelischen Angaben richtet sich der Angriff gegen Führung und Militär des Iran. Die USA begründen ihr Vorgehen damit, Bedrohungen durch die iranische Regierung zu beseitigen und zu verhindern, dass der Iran eine Atomwaffe entwickelt. US-Präsident Donald Trump nannte in einer Ansprache unter anderem das iranische Atomprogramm, das Raketenprogramm und die Marine als Ziele der Angriffe. Zugleich kündigte er an, Raketen und Teile der militärischen Infrastruktur des Landes zerstören zu wollen.
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Nach Angaben aus Washington läuft die US-Militäraktion unter dem Namen „Operation Epic Fury“. Israels Regierung bezeichnet ihre eigene Operation als „Lion’s Roar“. Zudem berichten US-Medien unter Berufung auf Regierungsvertreter, dass die Angriffe möglicherweise mehrere Tage andauern und deutlich umfangreicher sein könnten als frühere Schläge gegen iranische Ziele.
Wie reagiert der Iran?
Das israelische Militär teilte mit, der Iran habe Raketen in Richtung Israel abgefeuert. Die israelische Luftabwehr sei aktiviert worden, um die Geschosse abzufangen. Details über mögliche Treffer oder Schäden wurden zunächst nicht bekannt.
Nach Angaben der iranischen Streitkräfte wurde zudem eine Reihe von US-Militäreinrichtungen in der Region angegriffen. Genannt wurden unter anderem Stützpunkte in Katar, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie in Bahrain. In der Hauptstadt der Emirate, Abu Dhabi, kam nach Angaben des Verteidigungsministeriums der VAE mindestens ein Mensch durch herabfallende Trümmer ums Leben.
Auch aus mehreren Golfstaaten wurden Explosionen gemeldet. Zudem berichteten Beobachter von Angriffen auf einen Stützpunkt pro-iranischer Gruppen im Irak, bei denen nach Angaben aus paramilitärischen Kreisen mindestens zwei Menschen getötet wurden. Unklar ist, wer für diesen Angriff verantwortlich ist.
Darüber hinaus kündigten mit dem Iran verbündete Huthi-Rebellen im Jemen an, ihre Angriffe auf Israel und auf Schifffahrtsrouten wieder aufnehmen zu wollen. Sollte dies umgesetzt werden, könnte sich der Konflikt weiter auf die Region ausweiten.
Welche Sicherheitsmaßnahmen wurden ergriffen?
In Israel wurde landesweit Alarm ausgelöst. In Jerusalem heulten am Morgen Sirenen. Schulen und Arbeitsstätten sollen bis mindestens Montagabend geschlossen bleiben. Zudem sperrte die Regierung den israelischen Luftraum für zivile Flüge.
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Auch der Iran schloss seinen Luftraum vorübergehend. Nach Angaben aus der Region stellte zudem Irak den zivilen Flugverkehr über seinem Gebiet ein. Die Maßnahmen zeigen, dass eine weitere militärische Eskalation befürchtet wird.
Wie kam es zu der Eskalation?
Die Spannungen zwischen den USA, Israel und dem Iran hatten sich in den vergangenen Wochen deutlich verschärft. Hintergrund sind unter anderem Streit über das iranische Atom- und Raketenprogramm sowie die Unterstützung Teherans für Milizen im Nahen Osten.
Noch vor wenigen Tagen hatten Vertreter aus Washington und Teheran indirekte Gespräche über das Atomprogramm geführt. Gleichzeitig hatte Präsident Trump dem Iran eine Frist gesetzt, um einem neuen Abkommen zuzustimmen. Parallel verstärkten die USA ihre Militärpräsenz in der Region.
Bereits im vergangenen Jahr hatten Israel und die USA gemeinsam Ziele im Iran angegriffen, darunter wichtige Atomanlagen. Wie stark diese damals beschädigt wurden, blieb umstritten.
Was ist über mögliche Folgen bekannt?
Über Opferzahlen oder das genaue Ausmaß der Schäden liegen bislang keine verlässlichen Informationen vor. Auch ist unklar, ob weitere Angriffe folgen oder ob diplomatische Bemühungen wieder aufgenommen werden könnten.
Ungewiss ist zudem, wie stark andere Staaten der Region in den Konflikt hineingezogen werden könnten. Die gegenseitigen Drohungen und die militärischen Vorbereitungen deuten jedoch darauf hin, dass die Lage weiterhin äußerst angespannt bleibt. (mit AFP, dpa)
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