Nach Ausbruch des Israel-Kriegs hat die Polizei auch am Samstag und in der Nacht zu Sonntag wieder etliche israel- und judenfeindliche Schmierereien entdeckt und beseitigt. Bei Demonstrationen kam es zu Zusammenstößen mit Polizeibeamten. Am Sonntag wurde eine weitere Bilanz veröffentlicht.
Die Polizei hatte eine pro-palästinensische Demo am Oranienplatz am Samstag verboten. Eine weitere Demo am Brandenburger Tor mit etwa 50 Personen wurde nach dem Beginn einer spontanen Kundgebung abgebrochen und verboten. Zehn Personen wurden am Brandenburger Tor vorübergehend festgenommen. In Neukölln und Kreuzberg kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Mehrere Personen wurden festgenommen, zwei Beamte wurden verletzt. An der Kreuzung Joachimsthaler Straße/Hardenbergstraße in Berlin-Charlottenburg versammelten sich am Samstagabend spontan 100 Personen. Es kam zu keinen Zwischenfällen.
Neben den Demonstrationen wurde die Polizei zu zahlreichen Schmierereien gerufen. Eine Zeugin alarmierte gegen 11 Uhr die Beamten zu einem Studentenwohnheim an der Lehrter Straße in Moabit. Zuvor stellte sie im Eingangsbereich des Wohnhauses einen mit roter Farbe aufgemalten Davidstern fest.
Ein ähnliches Bild bot sich am Paul-Linke-Ufer in Kreuzberg. Die Polizei fand dort an den Fassaden dreier Wohnhäuser Davidsterne mit zugehörigen hebräischen Wörtern.
Berlin-Hellersdorf: Israel-Fahne brennt auf dem Alice-Salomon-Platz
Gegen 20.30 Uhr bemerkten Polizisten auf dem Gehweg der Corinthstraße in Friedrichshain zwei auf eine Rampe gemalte Davidsterne.
Ein Sicherheitsmitarbeiter der BVG bemerkte gegen 13 Uhr in einem Zug der U-Bahnlinie 2 im Bahnhof Alexanderplatz in Mitte mehrere Schmierereien auf einer Sitzbank. Es handelte sich dabei um pro-palästinensische Parolen.
Gegen 13.30 Uhr entdeckte die Polizei an einer Fassade eines Hauses an der Sonnenallee in Berlin-Neukölln einen israelfeindlichen Schriftzug.
Abends, gegen 18.45 Uhr wurden dann in Friedrichshain israelfeindliche Graffiti entdeckt. Die Schmiererei befand sich an einem Baucontainer auf der Pettenkofer Straße.
Neukölln: Zwei Polizisten bei Demo am Samstag verletzt
Gegen 20.15 Uhr alarmierte ein Zeuge die Polizei zum Alice-Salomon-Platz in Hellersdorf. Zuvor beobachtete er mehrere Jugendliche, die eine israelische Flagge von einem Flaggenmast holten und sich damit entfernten. Ein weiterer Zeuge sah anschließend, wie diese Jugendlichen die Flagge anzündeten und anschließend in unterschiedliche Richtungen flüchteten. Der Zeuge löschte die Flammen. Die Polizisten stellten die beschädigte Flagge sicher.
Polizei nimmt zehn Personen am Brandenburger Tor fest
Gegen 22.15 Uhr riefen Zeugen die Polizei zum U-Bahnhof Pankstraße in Berlin-Gesundbrunnen. Dort bemerkten sie vorher mehrere israelfeindliche Aufkleber und einen pro-palästinensischen Schriftzug an einem Geldautomaten auf dem Zwischendeck des Bahnhofes.
Zeugen beobachteten in der Gneisenaustraße in Berlin-Kreuzberg gegen 2 Uhr vier männliche Jugendliche dabei, wie sie eine Litfaßsäule mit pro-palästinensischen Parolen beschmierten und flüchteten.
Kurze Zeit später, gegen 2.30 Uhr, bemerkte ein Passant auf dem Planufer in Kreuzberg ein brennendes Auto und alarmierte Polizei und Feuerwehr. Bis die Feuerwehr eintraf, die den Brand löschte, unternahm die Polizei mehrere eigene Löschmaßnahmen.
Im weiteren Verlauf stellten die Polizisten eine Farbschmiererei an der Fassade eines Mehrfamilienhauses am Planufer fest. Dabei handelte es sich um einen durchgestrichenen Davidstern und einen Schriftzug. Ob Farbschmiererei und Fahrzeugbrand miteinander im Zusammenhang stehen, ist derzeit nicht bekannt und Gegenstand der Ermittlungen.
Ebenfalls gegen 2.30 Uhr brannte in der Franz-Klühs-Straße in Kreuzberg Müllcontainer. Nachdem die Feuerwehr die Brände gelöscht hatte, bemerkten die Polizisten auf der Fassade eines gegenüberliegenden Mehrfamilienhauses eine israelfeindliche Schmiererei. Ob die Brände mit der Schmiererei im Zusammenhang stehen, ist Gegenstand der Ermittlungen.
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