Die Diskussion um angebliche israelische Spionagesoftware auf Samsung-Smartphones sorgt seit Tagen für Wirbel in sozialen Medien. Auslöser war ein Offener Brief vom vergangenen Mai der libanesischen Menschenrechtsorganisation Smex, die Samsung aufforderte, die Zwangsinstallation von „israelisch gegründeten Bloatware-Apps“ zu beenden.
Bloatware bezeichnet unerwünschte und gemeinhin vorinstallierte Software auf neuen Geräten, die Speicherplatz beansprucht, die Leistung verlangsamen und die Akkulaufzeit verkürzen kann. Im konkreten Fall steht Appcloud, ein seit Jahren vorinstalliertes Werbe- und Empfehlungsprogramm, im Fokus. Die Anwendung schlägt Nutzern neue Apps vor.
Die App wurde ursprünglich vom israelischen Unternehmen Ironsource entwickelt, das mittlerweile Teil des US-Konzerns Unity ist. Laut Smex ist die App tief ins Betriebssystem integriert und lässt sich nur schwer entfernen. Selbst nach Deaktivierung könnte sie nach System-Updates wieder auftauchen.
Dies hat bei Nutzern und in Teilen der Presse den Verdacht geweckt, es handele sich um israelische Spyware. Konkrete Beweise für eine Datenspionage gibt es jedoch nicht – Samsung hat sich inzwischen zu den Vorwürfen geäußert.
Samsung nimmt Stellung zu Spyware-Vorwürfen
Der südkoreanische Konzern wies die Vorwürfe gegenüber Forbes am Dienstag zurück: „Samsung nimmt den Schutz der Daten unserer Nutzer sehr ernst und verpflichtet sich, eine sichere Erfahrung in strikter Übereinstimmung mit lokalen Gesetzen und Vorschriften zu gewährleisten“, so das Unternehmen. Man arbeite dahingehend mit verschiedenen Partnern zusammen. Datenschutz, Sicherheit und Nutzerkontrolle seien „zentrale Prinzipien“.
Die Online-Publikation Android Authority betont, dass die strittige App auf bestimmten Samsung-Geräten vorinstalliert ist und aufgrund ihrer Systemrechte nicht ohne technische Kenntnisse entfernt werden kann. Wer die App nicht möchte, könne sie über sogenannte ADB-Kommandos löschen – eine Methode, die allerdings nur erfahrene Nutzer kennen.
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Laut dem Forbes-Bericht handele es sich bei Appcloud nicht um ein staatliches Überwachungstool: „Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Millionen von Samsung-Geräten mit Nation-State-Spyware infiziert sind. Appcloud ist kein neues Phänomen.“ Die Debatte um vorinstallierte Apps, die sich nicht entfernen lassen, werfe Fragen zum Vertrauen zwischen Anbietern und Kunden auf, so die Einschätzung.
Angesichts des wachsenden öffentlichen Drucks sei denkbar, dass Samsung künftig eine Möglichkeit anbietet, die App vollständig zu entfernen. „Keine App sollte auf einem Smartphone vorinstalliert sein, ohne dass Nutzer sie löschen können – Punkt“, resümiert Forbes.
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