Gazastreifen

Hamas bestätigt Tod von Militärchef al-Haddad bei israelischem Luftangriff in Gaza-Stadt

Israel bezeichnet ihn als einen der „wichtigsten Architekten“ des 7. Oktober. Nach dem Tod von Mohammed Sinwar rückte er an die Spitze des militärischen Flügels der Hamas.

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Die Sonne geht hinter kriegszerstörten Gebäuden in Gaza-Stadt unter.

Die Sonne geht hinter kriegszerstörten Gebäuden in Gaza-Stadt unter.

© Abdel Kareem Hana/AP

Die radikalislamische Hamas hat den Tod von Essedin al-Haddad, dem Anführer ihres militärischen Flügels, bestätigt. Wie zwei Vertreter der Organisation der Nachrichtenagentur AFP am Samstag mitteilten, sei al-Haddad am Vortag bei einem israelischen Angriff auf eine Wohnung und ein Fahrzeug in Gaza-Stadt getötet worden. Zuvor hatten die israelische Armee und der Inlandsgeheimdienst Schin Bet den Tod des Hamas-Funktionärs am Samstag bestätigt.

Nach Angaben des israelischen Militärs handelte es sich um einen „präzisen Schlag“ in Gaza-Stadt. Das israelische Verteidigungsministerium hatte bereits am Freitag mitgeteilt, einen der „wichtigsten Architekten“ des Hamas-Überfalls auf Israel vom 7. Oktober 2023 ins Visier genommen zu haben. Al-Haddad sei für die Tötung und Entführung zahlreicher israelischer Zivilisten und Soldaten verantwortlich gewesen, hieß es aus dem Ministerium.

Al-Haddad übernahm Führung von Mohammed Sinwar

Laut der israelischen Armee übernahm al-Haddad die Führung des militärischen Flügels und der Hamas im Gazastreifen, nachdem Mohammed Sinwar im Mai 2025 getötet worden war. Seither habe er daran gearbeitet, die militärischen Fähigkeiten der Organisation wiederaufzubauen und zahlreiche Anschläge gegen israelische Zivilisten und Soldaten zu planen.

Die Armee erklärte zudem, al-Haddad sei während des gesamten Krieges in das Festhalten israelischer Geiseln eingebunden gewesen. Er habe das Geiselsystem der Hamas verwaltet und sich selbst mit Geiseln umgeben, um seine eigene Tötung zu verhindern. Al-Haddad zähle zu den am längsten dienenden Kommandeuren der Hamas. Zuvor hatte er laut Times of Israel die Brigade von Gaza-Stadt geleitet.

Das israelische Verteidigungsministerium warf al-Haddad zudem vor, sich der von US-Präsident Donald Trump vorgelegten Vereinbarung zur Entwaffnung der Hamas und zur Entmilitarisierung des Gazastreifens widersetzt zu haben.

Brüchige Waffenruhe seit Oktober 2025

Der Krieg im Gazastreifen war durch den Überfall der Hamas und ihrer Verbündeten auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden. Bei den Massakern wurden nach israelischen Angaben mehr als 1220 Menschen getötet, 251 weitere als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Israel reagierte mit umfangreichen Militäroperationen. In den darauffolgenden zwei Kriegsjahren wurden nach nicht überprüfbaren Angaben der Hamas mehr als 70.000 Palästinenser getötet.

Seit Oktober 2025 gilt eine maßgeblich von den USA vermittelte Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas. Beide Seiten werfen sich gegenseitig wiederholt Verstöße vor. Die derzeit laufende zweite Phase der Vereinbarung sieht vor, dass die Hamas ihre Waffen abgibt, um Massaker wie jenes vom 7. Oktober künftig zu verhindern. Eine Umsetzung dieses Schritts steht bislang aus.

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