Der israelische Botschafter Ron Prosor hat die Journalistin Sophie von der Tann auf der Plattform X scharf kritisiert. In einem Beitrag schrieb Prosor: „Wenn Sophie von der Tann lieber Aktivistin wäre, sollte sie den Job wechseln“.
Von der Tann hatte zuvor einen Artikel des Genozid-Forschers Omer Bartov in der New York Times unter dem Titel „Never Again“ geteilt. Darin warf Bartov Israel einen Genozid in Gaza vor. Der Historiker schilderte, wie er – selbst in Israel aufgewachsen – lange Verfechter des Zionismus gewesen sei. Angesichts der israelischen Angriffe auf Gaza habe er seine Meinung zu den Genozid-Vorwürfen geändert, schildert Bartov in dem Artikel.
„Besonders perfide ist die Überschrift: ‚Never Again‘. Die Worte erinnern an die Shoah. Sie im Kontext von Gaza zu zitieren, bedeutet, die Geschichte zu verdrehen und zu relativieren“, so Prosor. Von der Tann ist Korrespondentin der ARD in Israel und den palästinensischen Gebieten.
Besonders diese Tatsache stößt bei Prosor auf Kritik: „Von ihrer ARD-Korrespondentin dürfen die Zuschauer mehr erwarten“. Der Medienstaatsvertrag fordere, die „Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit“ zu achten. „Falls das zu langweilig ist, gibt es eine gute Nachricht: Noch nie war es so einfach, vom Journalismus zum Aktivismus zu wechseln!“ Laut Prosor haben Anti-Israel-NGOs „Hochkonjunktur“. Von der Tanns Beitrag sei „ein echtes Empfehlungsschreiben“. Die Journalistin äußerte sich bisher nicht zu den Aussagen von Prosor.
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