Dermatologie

Ist das ein Sonnenbrand oder eine Sonnenallergie?

Auch im Spätsommer kann man noch einen Sonnenbrand bekommen. Oder hat man vielleicht eine Sonnenallergie entwickelt? Was ist das? Ein Hautarzt erklärt’s.

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Hautschäden wie ein Sonnenbrand sind schmerzhaft.

Hautschäden wie ein Sonnenbrand sind schmerzhaft.

© imago

Die Haut ist rot, mitunter geschwollen, juckt – und manchmal bilden sich sogar Bläschen. Für Nichtmediziner ist es gar nicht so einfach, einen Sonnenbrand von der Sonnenallergie zu unterscheiden. Beides ist sehr unangenehm, beides will man nicht haben.

Die Sonnenallergie betrifft etwa zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung. Es ist laut Definition ein Hautausschlag, der auftritt, nachdem man UV-Strahlen ausgesetzt war. In der Regel tritt die Sonnenallergie erstmals im Frühling oder im ersten Sommerurlaub auf, „wenn die Haut nach dem Winter nicht mehr ausreichend an Sonnenstrahlen gewöhnt ist“, sagt Dr. Christian Greis vom Online-Dermatologieportal derma2go.

Wie entsteht eine Sonnenallergie?

Medizinisch heißt die Sonnenallergie Polymorphe Lichtdermatose. „Eine Lichtdermatose ist eine Hautreaktion auf UV-Strahlen, und in diesem Fall ist sie sehr vielgestaltig, also polymorph. Das bedeutet, dass die Erscheinungsform von Mensch zu Mensch variiert, aber bei einer Person bei wiederholtem Auftreten in der Regel gleich aussieht“, so der Hautarzt.

Meistens sind jene Hautareale betroffen, die viel Sonne abbekommen: Dekolleté, Hals, Gesicht und Handrücken. Wie genau es zur Sonnenallergie kommt, ist nicht abschließend geklärt. 

Ursächlich sind hauptsächlich UVA-Strahlen, die auch durch Fensterglas dringen, wohingegen für den Sonnenbrand vorrangig UVB-Strahlen verantwortlich sind. UVA-Licht dringt in die tieferen Hautschichten, wohingegen UVB-Strahlung eher die oberen Hautschichten betrifft und dort auch die Melanozyten anregt, die wiederum Melanin bilden und so für die Bräunung der Haut sorgen.

Wie unterscheidet man Sonnenbrand und Sonnenallergie?

Die Sonnenallergie tritt meistens zeitig im Frühjahr auf; dann, wenn die Sonnenstrahlen eigentlich noch nicht intensiv genug sind, um sich einen Sonnenbrand zu holen. Rein optisch ähneln sich beide Phänomene, aber der Sonnenbrand wird mitunter schon beim Sonnenbad sichtbar oder spätestens am gleichen Abend. Die Sonnenallergie kann auch Tage später auftreten.

Zudem können bei der Sonnenallergie auch Knötchen oder kleinere Pickelchen auftreten, ein Sonnenbrand ist normalerweise nicht erhaben, sondern eher flächig. 

Wie schütze ich mich vor der Sonnenallergie?

Wichtig ist es, dass man sich gut mit Sonnenschutz eincremt oder einsprüht, sobald man ins Freie geht. „Die UVA-Strahlung kann auch bei Wolken noch in tiefer gelegene Hautschichten eindringen“, warnt der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB). Deshalb sollten Sie auch an verhangenen Tagen einen Sonnenschutz auftragen. Achten Sie darauf, dass er zusätzlich einen UVA-Filter besitzt.

„Es gibt auch spezielle Cremes für Sonnenallergiker“, empfiehlt Dr. Christian Greis. „Und natürlich ist es ratsam, die Sonne möglichst oft zu meiden.“ Wem bekannt ist, dass die Haut zur Sonnenallergie neigt, kann etwa sechs Wochen vor der ersten Sonnenexposition eine UV-Strahlentherapie beim Hautarzt oder der Hautärztin beginnen.

„Da verschreibt man geringe Dosen UV-Licht, um die Haut sozusagen vorsichtig an die Strahlung zu gewöhnen und etwas abzuhärten“, erklärt der Hautarzt. In der Fachsprache nennt man das UV-Hardening. Das Gute ist nämlich: Im Laufe der Sommermonate gewöhnt sich Ihre Haut an die Sonne und ihre Strahlung. Und wenn man sie mit gering dosierter UV-Strahlung vorbereitet, ist die Haut gewappnet.

Es kann auch hilfreich sein, Vitamin D, Betacarotin und Calcium einzunehmen. Allerdings sollte das mit einem Mediziner oder einer Medizinerin abgesprochen sein. Zudem kann es angeraten sein, Antihistaminika – also antiallergische Tabletten – einzunehmen, um die allergische Reaktion zu lindern oder zu unterdrücken.

Bei akuter Hautreaktion können Sie die Hautstellen auch kühlen, etwa mit einem feuchten Lappen. Sie können auch ein Schmerzmittel nehmen oder sich eine kortisonhaltige Creme verschreiben lassen, die entzündungshemmend wirkt und die Symptome abmildert. Für solche Fälle eignen sich Online-Praxen gut, weil man verhältnismäßig schnell an ein Rezept kommt und nicht lange in einem Wartezimmer sitzen muss. Die virtuellen Sprechstunden sind in der Regel kostenpflichtig.

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