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Phlegräische Felder

Heftiges Erdbeben erschüttert Neapel

Es war das stärkste Erdbeben seit langem, das Anwohner in und rund um Neapel am frühen Mittwochmorgen aus dem Schlaf riss. Die Stadt liegt nahe an Europas größtem aktiven Supervulkan.

Team News dpa/BLZ
3 Min
Neapel von oben: In der Stadt hat in der Nacht zu Mittwoch die Erde gebebt.

Neapel von oben: In der Stadt hat in der Nacht zu Mittwoch die Erde gebebt.

© ZUMA Wire/imago

In Neapel hat am frühen Mittwochmorgen erneut die Erde gebebt. Laut dem Nationalen Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) erreichte das Erdbeben rund um die süditalienische Stadt eine Stärke von 4,2. Das Epizentrum wurde in den Phlegräischen Feldern, einer riesigen aktiven Vulkanregion westlich des Vesuvs, verortet. Nach ersten Erkenntnissen des italienischen Zivilschutzes gab es keine Verletzten oder größere Schäden. In der Gegend seien jedoch viele Menschen bei den Erdstößen verängstigt auf die Straßen gelaufen, berichteten mehrere Medien.

Das Beben ereignete sich den Angaben zufolge um 3.35 Uhr in einer Tiefe von etwa drei Kilometern, die Erschütterungen waren in weiten Teilen Neapels zu spüren. Der Bürgermeister von Bacoli, einer Nachbarstadt Neapels an der Küste, erklärte, das Beben sei das stärkste und längste einer schon seit längerem andauernden „Erdbebenwelle“ gewesen. „Wir leben schon immer in einem Vulkan-Krater“, schrieb Josi Gerardo Della Ragione in den Online-Netzwerken. „Wir müssen lernen, mit dieser Phase zu leben. Bleiben Sie ruhig.“

Phlegräische Felder: 1118 Erdstöße allein im August

Die Phlegräischen Felder, ein Gebiet mit hoher vulkanischer Aktivität in der Region Kampanien im Süden Italiens, werden seit geraumer Zeit von vielen kleinen Erdbeben heimgesucht. Allein im August wurden rund um Europas größten aktiven Supervulkan 1118 Erdstöße registriert.

Meistens sind es allerdings kleine und kaum spürbare Erschütterungen, die die Erdkruste über den Phlegräischen Feldern schwächen. Immer wieder warnen Forscher vor diesem Phänomen. Seit elf Jahren gilt für das Gebiet daher die Alarmstufe Gelb, die zur Vorsicht aufruft.

Nach Erdbeben bei Neapel: Zugverkehr unterbrochen, Schulen geschlossen

Seit Montagabend habe es unter der Erdoberfläche wieder vermehrt rumort, hieß es vom INGV. Das jetzige Erdbeben war jedoch das stärkste seit langem und versetzte viele Menschen in Angst. „Das Bett bewegte sich, Gemälde und Gegenstände auf dem Kleiderschrank fielen herunter, alles tanzte. Dieses Mal war es sehr stark“, schrieb eine Userin bei Facebook.

Auf Bildern war zu sehen, wie Menschen sich verängstigt auf Straßen versammelt hatten. Der Zugverkehr von und nach Neapel wurde für mehrere Stunden ausgesetzt und in der Stadt Pozzuoli sollten am Mittwoch die Schulen geschlossen bleiben.

Das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die derzeitige Zunahme der vulkanischen Aktivität durch aufsteigendes Gas und nicht durch Magma verursacht wird, was „die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs relativ gering“ macht.

Der letzte größere Vulkanausbruch in den Phlegräischen Feldern war im Jahr 1538. Eine große Eruption vor 30.000 Jahren soll zum Aussterben der Neandertaler beigetragen haben. In der Region leben heute eine halbe Million Menschen.

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