Ein kleiner Junge, der seiner Mutter gebannt dabei zusieht, wie sie Lippenstift aufträgt, das Schälen von Gartenbohnen, das Pflücken von Mandarinen: Kindheitserinnerungen des französischen Designers Simon Porte Jacquemus, eingefangen in gewohnt cineastisch inszenierten Kurzclips, die er auf Instagram teilt. Die Videos sind eine Vorschau zu seiner neuen Kollektion „Le Paysan“, was sich mit „der Bauer“ oder „die Bäuerin“ übersetzen lässt.
Es liegt nahe, dass der französische Designer die Ruhe des Landlebens, die Leichtigkeit seiner Kindheit zu illustrieren versucht. Und wer seine Biografie kennt, erahnt vielleicht, dass die Videos nicht nur von seiner ländlichen Herkunft, sondern auch von seiner verstorbenen Mutter erzählen.
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So zeigt etwa eine Szene eine Frau, deren Leinenkleid sich in der Tür eines alten Autos verfängt – ein kurzer Moment, der tiefe Einblicke in Jacquemus’ Heranwachsen gibt. Denn das erste Kleidungsstück, das er entwarf, war ein solches Leinenkleid für seine Mutter, genäht aus alten Fenstervorhängen. Ein Stück, das sie stolz trug, als sie ihn zur Schule brachte. Diese Erinnerung markiert heute den emotionalen Anfang seiner Designerkarriere; Jacquemus’ Mutter verstarb mit nur 42 Jahren bei einem Autounfall. Seinem erfolgreichen Label gab er ihren Mädchennamen.
Ihre Sinnlichkeit, ihre natürliche Schönheit
Immer wieder nennt Jacquemus sie seine wichtigste Inspirationsquelle. In einem Interview erzählte er einmal: „Ich glaube nicht, dass ich meine Mutter jemals als schöner empfunden habe als an den Abenden nach dem Strand, wahrscheinlich war sie verliebt.“ Mit Laufsteg-Kollektionen wie „La Bomba“, die nicht nur in kürzester Zeit auf Instagram viral gingen, bezog er sich immer wieder auf sie. Auf ihre Sinnlichkeit, ihre natürliche Schönheit.
In seinen Designs spiegelte sich dies irgendwo zwischen naturfarbenen leichten Baumwoll- und Leinenstoffen, kräftigen Farben, feinen Schnitten und besonderen Silhouetten, man erinnere sich nur an den XXL-Hut. Der 34-jährige Designer überzeugt seither.
In „Le Paysan“ möchte er sich also wieder an seine Ursprünge erinnern – und schafft dies mit einer höchst ästhetischen Bildsprache. Der Text des zugehörigen Posts lautet: „Diese nächste Kollektion ist eine Hommage an meine Familie, meine Wurzeln, meine Kultur, an meine Herkunft. Sie zeigt auch, wohin ich gehe, und den Traum, den ich verfolge.“ Die Kollektion soll am 29. Juni erscheinen.
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