Geopolitik

J.D. Vance: „Es gibt Insider in Washington, die einen echten Krieg gegen China wollen“

Donald Trumps Vizepräsident J.D. Vance sagt, einige einflussreiche Amerikaner wollen Krieg gegen China führen. Er bezeichnete das als „Wahnsinn“.

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US-Vizepräsident J.D. Vance

US-Vizepräsident J.D. Vance

© Manuel Balce Ceneta/AP/dpa

US-Vizepräsident J.D. Vance geht davon aus, dass einflussreiche Amerikaner einen militärischen Konflikt mit China befürworten. „Es gibt Insider in Washington, die einen echten Krieg gegen China wollen“, schrieb Donald Trumps Stellvertreter am Donnerstag auf der Onlineplattform X. Der 40-Jährige bezeichnete das als „Wahnsinn“, zumal diese Leuten gleichzeitig wollen, „dass China einen Großteil unserer lebenswichtigen Güter produziert“, so Vance weiter.

Er betonte, dass Trump auf Frieden, fairen Handel und mehr Eigenständigkeit für die amerikanische Wirtschaft aus sei.

Trump wirft China mangelnden Respekt vor

In den vergangenen Tagen haben sich die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China noch einmal deutlich verschärft. Trump hat am Donnerstag die Zölle auf Importe aus China auf 125 Prozent erhöht, während er für andere Länder bestimmte Zölle für 90 Tage aussetzte. Er warf der chinesischen Regierung „mangelnden Respekt“ vor, weil diese als Reaktion auf seine aggressive Zollpolitik Gegenzölle auf US-Produkte in Höhe von 84 Prozent angekündigt hatte. Einem Bericht von CNBC zufolge erhöhten die Vereinigten Staaten am Donnerstag ihre Zölle auf chinesische Waren erneut - und zwar auf 145 Prozent. Dies ist die bisher aggressivste Handelseskalation im Rahmen der Zollagenda in Trumps zweiten Amtszeit.

Trump hatte zuvor eingeräumt, dass beide Länder eine Verhandlungslösung finden könnten. Doch fast im gleichen Atemzug warnte er China vor der militärischen Macht der USA. Er prahlte mit Waffen, von denen „niemand eine Ahnung hat“, und reagierte damit auf Bedenken, dass der Streit mit China außer Kontrolle geraten könnte.

China will im Krieg gegen die USA „bis zum Ende zu kämpfen“

China lässt sich bisher aber nicht einschüchtern. Im Gegenteil. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums sagte vor etwa einem Monat: „Wenn die USA einen Krieg wollen, sei es ein Zollkrieg, ein Handelskrieg oder irgendeine andere Art von Krieg, sind wir bereit, bis zum Ende zu kämpfen“. Man habe „keine Angst“ vor den USA. „Druck, Zwang oder Drohungen sind nicht der richtige Weg, um mit China umzugehen“, fügte er hinzu.

Wie die Berliner Zeitung bereits Mitte Januar berichtete, bereitet sich Peking auf Turbulenzen mit Washington vor - insbesondere nachdem Trump eine Reihe von China-Hardlinern in hohe Positionen gehievt hat, darunter den Nationalen Sicherheitsberater Mike Waltz und dessen Stellvertreter Alex Wong sowie US-Außenminister Marco Rubio.

Bereiten sich die USA auf einen Krieg gegen China vor?

Die USA würden mit einem Krieg gegen China schon in naher Zukunft kalkulieren. Bei einer Anhörung des „Sonderausschusses zur Kommunistischen Partei Chinas“, das im Dezember im US-Kongress stattfand, verständigten sich hochrangige Vertreter der Industrie und aus der Politik über eine mögliche militärische Auseinandersetzung mit China. Das Treffen hatte den Arbeitstitel: „Die Notwendigkeit, Amerikas verteidigungsindustrielle Basis und Belegschaft zu stärken.“ Dort erklärte der Sprecher des einflussreichen neokonservativen Thinktanks American Enterprise Institute, William Greenwalt: „Planen, vorbereiten und dann das Notwendige tun, als ob wir in den nächsten drei Jahren mit China im Krieg wären, ist wahrscheinlich der beste Weg, um sicherzustellen, dass wir während dieser Zeit nicht mit China im Krieg sind.“

Nach Einschätzung von Greenwalt ist das US-Militär noch nicht auf einen großen Krieg mit China vorbereitet: „Der nächste Schritt ist, Zeit zu gewinnen. Wie dieser Ausschuss wahrscheinlich (…) festgestellt hat, würde uns in einem Konflikt mit China schnell die Munition ausgehen, und es wird Jahre dauern, sie zu ersetzen“. Um mit China zu konkurrieren, müsse die Rüstungsproduktion beschleunigt werden, „so wie wir es im Zweiten Weltkrieg und zu Beginn des Kalten Krieges getan haben“. Dafür müsste jedoch erst einmal die industrielle Basis der USA umstrukturiert werden, so Greenwalt.

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