US-Vizepräsident J.D. Vance hat im Sender Fox News erklärt, dass ein von den USA vermitteltes Ende des Ukrainekriegs voraussichtlich weder in Kiew noch in Moskau auf Begeisterung stoßen werde. Dennoch sei es „den Versuch wert“, auch wenn die Gespräche scheitern könnten. Ziel sei eine Vereinbarung, „mit der beide Seiten leben können, wo sie in relativer Ruhe leben und das Töten aufhört“.
„Am Ende werden wohl sowohl die Russen als auch die Ukrainer unzufrieden sein“, so Vance. „Aber ich glaube nicht, dass man diese Verhandlungen führen kann, ohne die Führung von Donald J. Trump.“ Er habe am Morgen mit dem Präsidenten gesprochen: „Vielleicht klappt es, vielleicht nicht, aber es ist den Versuch wert. Wir werden den diplomatischen Einfluss des Präsidenten der Vereinigten Staaten nutzen, um ein Ende zu erreichen.“
J.D. Vance: USA sind mit „Finanzierung des Ukraine-Kriegsgeschäfts durch“
Vance bekräftigte zudem, dass die USA ihre finanzielle Unterstützung für die Ukraine beenden wollen. „Wir sind mit der Finanzierung des Ukraine-Kriegsgeschäfts durch“, sagte er. Die Amerikaner seien es leid, dafür Steuergelder auszugeben. Das Interview wurde bereits vor der offiziellen Bekanntgabe eines Treffens zwischen Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin aufgezeichnet, das am 15. August in Alaska stattfinden soll. Medienberichten zufolge könnten Washington und Moskau dort über eine Einigung sprechen, die Russlands Kontrolle über Teile des ukrainischen Gebiets festschreibt.
Frienden in der Ukraine? Debatte um Gebietsabtretungen
Vor dem Treffen von US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin zum Krieg in der Ukraine rückt die Debatte um mögliche Gebietsabtretungen des von Russland angegriffenen Landes in den Mittelpunkt. Nato-Generalsekretär Mark Rutte machte deutlich, dass sich Gespräche über die von Russland kontrollierten Gebiete bei künftigen Verhandlungen kaum vermeiden ließen.
Rutte betonte zwar, die Ukraine sei ein souveräner Staat, der seine geopolitische Zukunft selbst bestimme. Dem US-Sender ABC sagte er aber auch: „Wir müssen im Moment zur Kenntnis nehmen, dass Russland einen Teil des ukrainischen Territoriums kontrolliert.“ Nach einer Waffenruhe werde sich die Frage stellen, wie es in territorialen Fragen und mit Blick auf mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine weitergehe.
Trump und Putin treffen sich Freitag - ohne Selenskyj?
Am Freitag wollen Trump und Putin im US-Bundesstaat Alaska über eine mögliche Friedenslösung in dem seit rund dreieinhalb Jahren dauernden russischen Angriffskrieg verhandeln. Trump stellt das Treffen in Alaska als Versuch dar, einem Ende der Kämpfe näherzukommen. Er sprach in diesem Kontext von einem möglichen Gebietstausch zwischen der Ukraine und Russland.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist nicht eingeladen. Dieser lehnt einen Verzicht auf die Gebiete kategorisch ab - und könnte darüber auch nicht allein entscheiden. Eine Abtretung würde eine Verfassungsänderung erfordern und wohl schwere innenpolitische Verwerfungen auslösen.
Der US-Nato-Botschafter schließt allerdings eine Einladung an Selenskyj zu dem Treffen nicht aus. „Ich halte es durchaus für möglich“, sagte Matthew Whitaker dem Sender CNN. Die Entscheidung werde von US-Präsident Trump getroffen. „Wenn er der Meinung ist, dass dies der beste Zeitpunkt ist, um Selenskyj einzuladen, dann wird er das tun“, erklärte Whitaker. Bislang sei dazu noch keine endgültige Entscheidung gefallen, und es bleibe noch Zeit. Mit Blick auf einen von Trump ins Spiel gebrachten „Gebietstausch“ zwischen Russland und der Ukraine sagte Whitaker, es gehe darum, eine Einigung zu finden. Unterhändler berieten aktuell darüber, welche Gebiete betroffen sein könnten. (mit dpa)
New York Times: Für Selenskyj ist das Trump-Putin-Treffen ein Desaster
Donald Tusk erwartet baldiges „Einfrieren“ des Ukraine-Kriegs
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