In der Sprache von Angela Merkel wäre es der „Neuland-Ausschuss“. Es ist auch ein Komitee für alles und nichts, dem Jens Koeppen künftig vorsitzt. Er wird Chef des neuen Internet-Ausschusses des Bundestags. Über alle Internet-Themen von Netzausbau bis Datenschutz soll dort diskutiert werden. Entscheidungsgewalt allerdings hat der Ausschuss nicht, die Beschlüsse fassen Verkehrs-, Innen- oder der Rechtsausschuss.
Bisher hat sich der Brandenburger vor allem um Energiepolitik gekümmert. Zwischenzeitlich war er einmal Sprecher des überparteilichen „Parlamentskreises automobiles Kulturgut“, der sich dem Schutz von Oldtimern verschrieben hat und zum Beispiel diskutierte, ob die Umweltplakette auf der Windschutzscheibe oder auf dem Nummernschild platziert werden sollte.
Allerdings war er in der vergangenen Wahlperiode auch Sprecher seiner Partei in der Enquete-Kommission „Internet und Digitale Gesellschaft“ des Bundestags. Er hat Abschlüsse als „Antennentechniker für Großgemeinschaftsanlagen“ und als Elektroinstallateur, und hat nach der Wiedervereinigung in seiner brandenburgischen Heimatstadt eine Antennenfirma aufgebaut, die sich inzwischen auch um den Breitbandausbau kümmert. Der 51-Jährige ist also hinreichend technikaffin. Dass er aus Ostdeutschland kommt und auch noch aus dem bei der Bundestagswahl besonders erfolgreichen CDU-Verband Brandenburg, mag auch hilfreich gewesen sein. Ausschussvorsitze gehören zu den Posten, die in den Fraktionen nach Länderproporz verteilt werden. Allzu viele Führungsposten haben die ostdeutschen CDU-Landesverbände im Bund bislang noch nicht abbekommen.
Dass er als Abgeordneter ausgerechnet die Uckermark vertritt, wo sowohl Eltern- als auch Ferienhaus der Kanzlerin stehen, sei Zufall, sagt Koeppen. Er sehe Angela Merkel eigentlich nur in Berlin. In der Opposition lästern sie, Koeppen sei auch deswegen ausgewählt worden, weil er brav sei und seine Partei nicht überraschen werde. Koeppen sagt, er wolle das Thema Internet entideologisieren. Es dürften nicht mehr „die Nerds gegen die Internetausdrucker“ stehen, gegen die Laien also. Er findet, dass zu wenig Rücksicht genommen werde auf die Omas, die den Computer nur nutzten, um mal eine E-Mail an den Enkel zu schreiben. Und beim Datenschutz gebe es nicht nur Schwarz und Weiß, sondern auch Graustufen.
Was das alles bedeutet, das hat Koeppen noch nicht verraten.
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