Es ist kurz nach 18 Uhr in der Berliner Wildenbruchstraße. Die abendliche Suche nach Parkplätzen hat begonnen. Autos kreiseln um die Häuserblocks, auf der Jagd nach ein paar Quadratmetern freiem Asphalt. In dicht besiedelten Vierteln ist Parkraum ein knappes Gut, das Anwohner täglich Zeit und Nerven kostet – besonders in den Abendstunden.
Doch wo der Frust wächst, wächst das Rettende auch. Und das Rettende hat in diesem Fall fünf knallgelbe Buchstaben und ist vor allem für günstige Lebensmittel bekannt: Netto. Der Discounter vermietet in Berlin ab sofort an diesen acht Standorten seine Filialparkplätze zwischen 18 und 8 Uhr: Berliner Allee 262, Wartenberger Straße 51, Wendenschloßstraße 360, Wildenbruchstraße 55, Rudower Straße 84–88, Kölner Damm 74, Residenzstraße 112 und Zweiwinkelweg 25. Weitere Standorte sollen bundesweit dazukommen. Bereits Anfang April startete Netto die Aktion an 150 Netto-Filialstandorten.
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Parkplätze lassen sich über QR-Code buchen
Gebucht werden die Parkplätze digital per QR-Code – und in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Bewirtschaftern wie Wemolo oder Park & Control. Wählen lässt sich dort dann zwischen Tages-, Wochen- oder Monatstarifen. Das Unternehmen spricht in einer Mitteilung von einem „Service für die Nachbarschaft“. Details zu den erwarteten Einnahmen aus der nächtlichen Vermietung nennt das Unternehmen nicht. Tagsüber bleibe das Abstellen der Autos für die eigene Kundschaft während des Einkaufs 90 Minuten lang kostenfrei.
Mit diesem Konzept steht Netto in der Branche nicht allein. Die nächtliche Vermietung von Supermarkt-Parkplätzen entwickelt sich zu einem neuen Geschäftsmodell. Aldi Süd verlangt in Städten wie Düsseldorf oder Köln bereits nach Feierabend Gebühren, oft in Zusammenarbeit mit den Kommunen. Lidl testet ein ähnliches Pilotprojekt seit Januar in Hamburg, Aldi Nord zog im März in Bochum nach.
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