Schon mit ihrer Mode war sie eine echte Lebensverbesserin, vor allem für ihre weiblichen Kunden. Aber dass Jil Sander ihre größten Talente − respektvolle Zuneigung zum Material, ein untrügliches Auge für Proportion und keine Angst vor Auseinandersetzung mit jenen, die das nicht kapieren wollten − auf Möbel anwendet: Das ist neu.
Man kann der nordhessischen Möbelfirma Thonet nur gratulieren zu diesem Coup.
Denn natürlich war es ein Risiko, einen müde gewordenen Ultraklassiker wie Marcel Breuers Freischwinger B64 von 1929/30 nicht einfach leicht aufzupolieren und mit nostalgischer 100er-Jubiläumskampagne durchs Internet zu blasen. Sondern dieses Kernstück des eigenen Sortiments einem nicht minder kraftvollen Formmeister zur Neuinterpretation zu überlassen.
Design
Jil Sander im Interview: „Ich mag es, wenn mich ein Designobjekt an nichts erinnert“
Jil Sander hat den Freischwinger B64 von Thonet frisch interpretiert: Ein Möbel, das man mit Macho-Architekten und Wartezimmern verband, wirkt wie neu geboren.
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„Luftig durchbrochen, sozusagen in den Raum gezeichnet“, so beschrieb der Bauhaus-Meister Marcel Breuer Metallmöbel wie seinen B64 für Thonet. Hier der Freischwinger in Sanders NORDIC-Version mit Gestell in Nickelsilver, drei Lederfarben oder Rohrgeflecht.
© Thonet GmbH