Berlin

Kritik an Sparplänen: Joe Chialo auf offener Bühne ausgebuht

Der Kultursenator trat am Samstag bei der Wiedereröffnung des Theaters an der Parkaue auf. Doch dies gefiel nicht jedem. Es regte sich Protest gegen die Sparpläne des Senats.

2 Min
Kultursenator Joe Chialo steht aufgrund der geplanten Sparmaßnahmen in der Kritik.

Kultursenator Joe Chialo steht aufgrund der geplanten Sparmaßnahmen in der Kritik.

© Paulus Ponizak/Berliner Zeitung

Berlins Kultursenator Joe Chialo (CDU) ist bei einem Auftritt im Theater an der Parkaue am Samstagabend offenbar ausgebuht worden. Dies zeigen mehrere Videos, die in den sozialen Medien geteilt wurden. Das Theater in Lichtenberg lud nach dreijähriger Sanierungszeit unter dem Motto „Open House – Remmidemmi in der Parkaue“ ein. Der Kultursenator sollte dazu eine Rede auf der Bühne halten, wurde zunächst allerdings ausgebuht.

Grund dafür sind offenbar die geplanten massiven Kürzungen im Kulturbereich. Der Senat will im kommenden Jahr wesentlich weniger Geld ausgeben, dafür soll auch bei der Kultur massiv eingespart werden – rund 12 Prozent des Budgets.

Chialo geriet deswegen zuletzt massiv unter Druck. Die Berliner Kulturszene demonstrierte zuletzt gegen die Sparmaßnahmen, auch eine Petition wurde ins Leben gerufen. Von den Sparmaßnahmen sind einige Berliner Institutionen betroffen, darunter die Schaubühne, das Deutsche Theater oder der Friedrichstadt-Palast, aber auch das Filmfestival Berlinale. Insgesamt sollen bei der Berliner Kultur rund 130 Millionen Euro wegfallen.

Das Theater an der Parkaue ist eines der größten Staatstheater für junges Publikum in Deutschland. Es gehört zu den vier subventionierten Sprechbühnen Berlins und ist so auch von den Sparmaßnahmen betroffen. „Im Theater an der Parkaue – dem einzigen Staatstheater für junges Publikum in Deutschland – sollen 800.000 Euro der geplanten 9 Millionen Euro an Zuschüssen wegfallen“, so das Theater in einem Statement in den sozialen Medien. Um diese Summe einzusparen, müsste das Theater „2025 alle Premieren absagen und Teile des Repertoires absetzen“.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema