Interview

Joe Chialo über Antisemitismus: „Wir berühren schmerzhafte Punkte“

Berlins Kultursenator Joe Chialo erklärt, warum er Fördergelder künftig nur mehr an Künstler vergeben wird, die das Existenzrecht Israels anerkennen.

16 Min
Berlins Kultursenator Joe Chialo: „Es ist nicht immer ein Picknick, aber hinter dem, was ich tue, steht der Gedanke, die Kulturszene in Berlin nach vorne bringen zu wollen.“

Berlins Kultursenator Joe Chialo: „Es ist nicht immer ein Picknick, aber hinter dem, was ich tue, steht der Gedanke, die Kulturszene in Berlin nach vorne bringen zu wollen.“

© Paulus Ponizak/Berliner Zeitung

Herr Chialo, wie fühlen Sie sich als Politiker?

Gut! Ich habe ja einen kompletten Wechsel vollzogen, vom Musikmanager in die Politik, und die Herausforderungen waren riesig. Als ich meine Verwaltung übernommen habe, galt es, direkt einen Haushalt aufzustellen, und das wegen der zu erwartenden Kürzungen in einer wahnsinnig schwierigen Situation für die Berliner Kulturszene. Als Nächstes wurde mir klar, dass wir akute Raumprobleme bei Ateliers und Proberäumen haben. Dann kamen Ereignisse wie das Konzert von Roger Waters, der Fall Rammstein hat die Stadt in Atem gehalten. Ich musste im Parlament Fuß fassen, ein fremdes Terrain für mich, ich musste die Kultureinrichtungen kennenlernen. Das war schon challenging. Und dann das große Thema Personalbesetzung. Stichwort Staatsoper. Das ist ja nicht irgendein Haus.

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