Nach einem nächtlichen Brand in der Residenz des Gouverneurs von Pennsylvania hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. „Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass wir eine Person in Gewahrsam haben“, sagte ein Vertreter der zuständigen Behörde bei einer Pressekonferenz. Es handele sich um einen 38-jährigen Mann aus der Gegend.
Der demokratische Gouverneur Josh Shapiro und seine Familie waren nach eigenen Angaben gegen zwei Uhr morgens (Ortszeit) von Polizisten geweckt und in Sicherheit gebracht worden. „Gott sei Dank wurde niemand verletzt und das Feuer wurde gelöscht“, schrieb Shapiro kurz darauf bei X.
Polizei geht von Brandstiftung aus
Bereits zuvor hatte die Polizei mitgeteilt, dass sie von Brandstiftung ausgehe. Die Staatsanwaltschaft kündigte nun an, eine Anklage unter anderem wegen schwerer Brandstiftung, versuchten Mordes und Terrorismus anzustreben. Auch die Bundespolizei FBI sei eingebunden – derzeit werde geprüft, ob zusätzlich eine Anklage auf Bundesebene erhoben werde.
Die Brandstiftung im Haus des Gouverneurs von Pennsylvania, Josh Shapiro, verursachte erhebliche Schäden.
© Matthew Hatcher/AFP
Zu einem möglichen Motiv äußerten sich die Ermittler zunächst nicht. Die Untersuchungen dauerten an, hieß es. Es handele sich um einen „großen und komplexen Tatort“ – die Lage sei ernst, wie auch der Zustand des Gebäudes zeige.
„Diese Art von Gewalt kommt in unserer Gesellschaft viel zu häufig vor“, sagte Shapiro bei der Pressekonferenz. Ihm sei völlig egal, gegen wen sich solche Taten richteten und mit welcher Begründung – Gewalt sei inakzeptabel. Er lasse sich dadurch weder in seiner Arbeit als Gouverneur, noch in seinem Glauben erschüttern. Wenige Stunden vor dem Brand hatte Shapiro, der jüdischen Glaubens ist, ein Foto vom festlich gedeckten Tisch seiner Familie auf X gepostet und ein frohes Pessachfest gewünscht.
Josh Shapiro: Wer ist der Demokratische Gouverneur von Pennsylvania?
Shapiro gilt als scharfer Kritiker der pro-palästinensischen Campus-Proteste an US-Universitäten und Colleges seit dem Angriff der Hamas auf Südisrael am 7. Oktober 2023. Obwohl er seine Unterstützung für den Krieg Israels im Gazastreifen zum Ausdruck gebracht hat, hat Shapiro den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu wiederholt kritisiert.
Der Demokrat war im vergangenen Jahr zeitweise als möglicher Vizepräsidentschaftskandidat seiner Partei an der Seite von Kamala Harris im Gespräch. Die Entscheidung fiel letztlich auf Tim Walz, den Gouverneur von Minnesota. Harris unterlag bei der Präsidentenwahl 2024 dem Republikaner Donald Trump, der seit dem 20. Januar erneut im Amt ist.
Bei der Gouverneurswahl 2022 hatte sich der heute 51-jährige Shapiro deutlich gegen den von Trump unterstützten Republikaner Doug Mastriano durchgesetzt – ein Erfolg, der ihm innerhalb der Demokratischen Partei große Anerkennung einbrachte.
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