Abschied

Julia Stoschek verkündet endgültige Schließung ihres Ausstellungshauses in Berlin

Die Stoschek Foundation verlässt nach zehn Jahren ihren international renommierten Standort Leipziger Straße und will von Düsseldorf aus das internationale Geschäft stärken.

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Julia Stoschek Foundation in der Leipziger Straße

Julia Stoschek Foundation in der Leipziger Straße

© Imago

Justament eine Woche vor dem 22. Berliner Gallery Weekend gibt Julia Stoschek bekannt, dass sie den Standort der Stoschek Foundation in der Leipziger Straße im Oktober verlässt. Die Frau an der Spitze der weltberühmten, auf Videokunst spezialisierten Instanz entschied sich für eine Neuausrichtung vom Stammhaus der Düsseldorfer Stiftung aus.

Das Haus in der NRW-Landeshauptstadt wird freilich derzeit und noch bis Frühjahr 2027, zum 20. Jubiläum der Stiftung, generalsaniert. Auch ohne festen Ort will Stoschek, die mindestens 700 Videowerke der Weltkunst besitzt, an wechselnden Schauplätzen ausstellen. Durchaus auch in Berliner Museen oder Kunsthäusern; Stoschek betont die Bedeutung der Stadt für ihre Arbeit.

Düsseldorfer Zukunft

Künftig aber würden „Projekte verstärkt international umgesetzt, um die große Sammlung viel breiter zugänglich zu machen“. Damit knüpft Stoschek an jüngste überaus erfolgreiche Gastspiele im Ausland an, etwa in Los Angeles. Da kamen aus dem Stand 30.000 Videokunst-Liebhaber.

Zehn Jahre lang war das Berliner Ausstellungshaus im ehemaligen Tschechischen Kulturzentrum der wohl renommierteste Berliner Ort für zeitbasierte  Medienkunst und zog 450.000 Besucher an. Julia Stoschek, Jahrgang 1975, Gesellschafterin der Unternehmensgruppe Brose Fahrzeugteile und von Jugend an leidenschaftliche Medienkunst-Sammlerin, zeigte mit ihrer Stiftung auf 3000 Quadratmetern 22  Ausstellungen, unter anderem von Videokunststars wie Arthur Jafa, Steve McQueen, Ian Cheng oder derzeit Mark Leckey.

Schon vor sechs Jahren erwog Stoschek, Berlin den Rücken zu kehren. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Besitzerin des Hauses Leipziger Straße 60, verlangte eine drastische Mieterhöhung. Stoschek beklagte damals den fehlenden Beistand seitens der Stadt und des Bundes für ihr kulturelles Engagement in Berlin. Durch den Einsatz und die Vermittlung des damaligen Kultursenators Klaus Lederer (Die Linke, inzwischen ausgetreten) konnte der Konflikt vorerst geklärt werden. Nun also kommt unmittelbar nach der herbstlichen Berliner Art Week doch der Abschied.

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