Olaf Scholz möchte Kanzlerkandidat der SPD werden. Diesen Anspruch bekräftigte der 66-Jährige am Wochenende noch einmal deutlich. Unterstützung dafür erhält er von der SPD-Spitze, die von einer immer lauter werdenden Personaldebatte weg- und zu einer inhaltlichen Debatte hinkommen will. Doch nicht an allen Fronten hat der Kanzler so eine bedingungslose Unterstützung. So fand jetzt Jusos-Chef Philipp Türmer kritische Worte zum Geschehen innerhalb seiner Partei.
„Es gibt keine Selbstkrönung. Man krönt sich nicht als Kanzler wieder selbst zum Kandidat, sondern das ist eine Entscheidung der Partei und ihrer Gremien. Und da liegt jetzt eben auch der Ball“, sagte der dem Deutschlandfunk. Die Partei lege sich fest, wenn Präsidium oder Vorstand einen Vorschlag machten und ein Parteitag dann darüber entscheide. „Und bis dahin ist die Frage für mich offen.“ Und weiter: „Die Parteispitze ist da selbstverständlich in der Verantwortung, erst mal einen Vorschlag zu machen. Den werden wir dann bewerten, aber dem werde ich jetzt auch nicht irgendwie vorweggreifen.“
Scholz rückt von Kanzlerkandidatur nicht ab – trotz parteiinternen Widersprüchen
Unbeliebt wie nie: Will die SPD-Basis Kanzler Scholz stürzen?
Ähnlich wie Türmer argumentiert auch der Juso-Vorsitzende von Mecklenburg-Vorpommern, Marvin Müller. Nur weil jemand sage, dass er Kandidat werden wolle, sei er nicht automatisch gesetzt, sagte der dem NDR. „Und Olaf Scholz ist nicht gesetzt, sondern Olaf Scholz muss uns überzeugen.“ Spannend: Auch über den derzeit so gehypten Verteidigungsminister Boris Pistorius äußert sich Müller skeptisch. Die hohen Beliebtheitswerte aus seiner Arbeit als Verteidigungsminister würden noch nichts Generelles über ihn sagen. Nur weil man in einer bestimmten Sparte etwas zeige, müsse man nicht in allen anderen Bereichen so überzeugend sein. „Wir kennen ihn als Verteidigungsminister, wissen aber nicht, wie er als Kanzlerkandidat wäre.“
Den Rücken gestärkt bekommt Scholz derweil von SPD-Chefin Saskia Esken. „Wir sind entschieden, mit Olaf Scholz in den Bundestagswahlkampf zu gehen und mit ihm gemeinsam diese Bundestagswahl auch zu gewinnen. Er ist unser Kanzler und er ist unser Bundeskanzler, unser Kanzlerkandidat“, sagte sie am Montagmorgen in der ARD.
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